Antonio Canales
Wer ist Antonio Canales?
Antonio Gómez de los Reyes, „Antonio Canales”, wurde 1961 im Corral de Saramaya in der Calle Castilla in Triana, Sevilla, geboren, innerhalb einer Familie mit flamencischen Wurzeln: Sein Großvater, mit dem Spitznamen Canales, war ein Cantaor von großem Niveau, der es jedoch nie zum Berufsmusiker brachte. Er wuchs in diesem Trianer Umfeld auf und begann seine Tanzausbildung im Club Natación Sevilla, womit er schon früh einen Weg einschlug, der die familiäre Flamenco-Tradition mit einer viel breiteren Tanzausbildung verband.
Werdegang
Er studierte klassischen Tanz bei Víctor Ullate und vervollständigte seine Ausbildung im zeitgenössischen Tanz in Paris. Nachdem er ein Vorsprechen am Teatro Lope de Vega bestanden hatte, trat er in das Ballet Nacional de España ein, wo er drei Jahre lang Solist war, und 1981 arbeitete er mit der Pariser Compagnie von Maguy Marin zusammen, wo er sich die Bühne mit Größen wie Rudolf Nurejew, Maja Plissezkaja und Wladimir Wassiljew teilte. 1992 gründete er sein eigenes Ballet Flamenco de Antonio Canales, mit dem er in Bilbao mit den Stücken „A ti, Carmen Amaya” und „Siempre flamenco” debütierte. Im Jahr darauf brachte er in Montreal „Torero” heraus, seine berühmteste Produktion, die in Spanien und im Ausland über siebenhundert Aufführungen erreichte und 1995 für ihre Fernsehversion für den Emmy nominiert wurde. Es folgten Inszenierungen wie „Gitano”, „Bengues”, „La casa de Bernarda Alba”, „Raíces”, „Prometeo”, „Bailaor”, „Minotauro” oder „Ojos Verdes”, und im Jahr 2000 spielte er die Hauptrolle in Tony Gatlifs Film „Vengo”.
Stil
Canales vertritt einen von szenischem Beiwerk befreiten Flamenco, fern jeder Oberflächlichkeit und konzentriert auf das, was er selbst „die Verfassung der Seele” nennt, statt auf die Inszenierung. Mit den Jahren hat sich sein Ansatz zu größerem Minimalismus hin entwickelt, wobei er auf übermäßige Kostüme und Bühnenbilder verzichtet zugunsten einer schlichteren und direkteren Interpretation, ohne dabei die Kraft und das gitanische Temperament zu verlieren, die seine ersten Jahre auf der Bühne prägten.
Vermächtnis
Seine Laufbahn wurde mit dem Premio NAVISELA als bester Tänzer in Italien (1988), dem Preis für den besten internationalen Tänzer der Stadt Mexiko (1990), den er sich mit Julio Bocca teilte, dem Premio Nacional de Danza (1995), zwei Premios Max — darunter der für die beste Tanzproduktion für „Gitano” — und der Medaille von Andalusien (1999) ausgezeichnet. 2002 veröffentlichte er seinen ersten Roman, „Sangre de albero”. Mit einer Karriere, die klassische Schule, zeitgenössischen Tanz und die reinste gitanische Tradition vereint, bleibt Antonio Canales eine der bekanntesten Figuren des zeitgenössischen Flamenco-Tanzes innerhalb und außerhalb Spaniens.