Antonio "El Bailarín"

Wer ist Antonio „El Bailarín”?
Antonio Ruiz Soler, bekannt als Antonio „El Bailarín”, wurde am 4. November 1921 in Sevilla geboren und begann mit sechs Jahren seine Ausbildung bei Maestro Realito in Bailes de Palillos (Kastagnettentänzen), bevor er seine Flamenco-Technik bei den Meistern Otero und Pericet vervollständigte und sich unter Frasquillo spezialisierte. Er debütierte 1928 professionell, mit nur sieben Jahren, im Teatro Duque de Sevilla, und schon bald bildete er mit dem Mädchen Rosario ein künstlerisches Paar, aus dem das Duo „Los Chavalillos Sevillanos” hervorging, das zweiundzwanzig Jahre lang zusammenblieb, bis zu seiner Trennung im Jahr 1952.
Werdegang
Das Duo bestritt eine sehr lange Amerika-Tournee, die 1937 in Argentinien begann und über Chile, Peru, Kolumbien, Venezuela, Kuba, Mexiko, Brasilien und die Vereinigten Staaten führte, wo sie sogar im Waldorf-Astoria-Hotel in New York auftraten, bevor sie 1949 nach Spanien zurückkehrten und sich auch den europäischen Bühnen öffneten. 1953 gründete er seine eigene Compagnie, „Antonio Ballet Español”, und leitete später „Antonio y sus Ballets de Madrid”; zwischen 1980 und 1983 stand er an der Spitze des Ballet Nacional Español.
Er choreografierte und brachte richtungsweisende Werke wie „El sombrero de tres picos” und „El amor brujo” heraus, beide zur Musik von Manuel de Falla, und verschmolz dabei den Flamenco mit klassisch-spanischem Tanz und Bühnenballett. Seine Filmografie erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte, mit Titeln wie „Duende y misterio del flamenco” und einer Neuverfilmung von „El amor brujo” im Jahr 1973.
Vermächtnis
Er erhielt 1950 das Kreuz der Isabel la Católica, 1963 die Ehrenmedaille der UNESCO und 1971 die französische Ehrenlegion, neben zahlreichen Goldmedaillen von Tanzakademien verschiedener Länder. Er zog sich 1979 in Sapporo, Japan, von den Bühnen zurück und starb am 5. Februar 1998 in Madrid und hinterließ eine der internationalsten und meistausgezeichneten Laufbahnen des spanischen Tanzes im 20. Jahrhundert.