Antonio el Pipa
Wer ist Antonio el Pipa?
Antonio Ríos Fernández, Antonio el Pipa, wurde 1971 im Viertel Santiago von Jerez de la Frontera geboren, im Schoß einer bedeutenden gitanischen Flamenco-Familie: Seine Großmutter war die Bailaora Tía Juana la del Pipa, und sein Vater, ebenfalls Bailaor, trug bereits denselben Künstlernamen, den er später erbte. Er wurde vollständig innerhalb dieses familiären Umfelds ausgebildet und spezialisierte sich auf die traditionellen Palos des Tanzes von Jerez, wie Alegrías, Bulerías, Soleá, Tientos, Petenera und Caña.
Werdegang
Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit Größen wie Cristina Hoyos zusammen — mit der er an ihrer Produktion von „Yerma” mitwirkte —, mit La Tati, Lola Flores, Antonio Vargas und dem Tenor José Carreras in einer opernhaften Adaption von „Carmen”, und trat außerdem gemeinsam mit José Mercé, Tomatito, Manuela Carrasco, Carmen Linares und Matilde Coral auf. 1995 gewann er beim Concurso Nacional de Arte Flamenco von Córdoba die Preise Juana la Macarrona für Alegrías und Paco Laberinto für Bulerías, und im Februar 1997 gründete er seine eigene Compagnie, mit der er Produktionen wie „Vivencias” (1997, seiner Großmutter Tía Juana la del Pipa gewidmet), „Generaciones” (1999), „Puntales” (2000), „Pasión y Ley” (2004) und „Puertas Adentro” (2007) herausbrachte. Seine Compagnie brachte diese Inszenierungen auf internationale Bühnen wie das City Center in New York im Jahr 2007 und das Irvine Barclay Theater in Los Angeles im Jahr 2008 und wirkte außerdem im Dokumentarfilm „Gypsy Caravan” mit.
Stil
Sein Tanz gründet sich auf die traditionellste gitanische Schule von Jerez, mit besonderer Beherrschung der Cantes de Trilla, Romances, Pregones und Tonás sowie der festlichen und ernsten Palos seiner Heimat — ein breites Repertoire, das technische Strenge mit einer starken familiären Prägung verbindet.
Vermächtnis
Er erhielt unter anderem die Copa Teatro Pavón des Círculo de Bellas Artes de Madrid als Nachwuchskünstler des Jahres 1997, den Premio Nacional de la Crítica Española 1998 und die Palma de Plata von Algeciras 2015. Die Kritik betrachtet ihn heute als würdigen Nachfolger von Antonio Gades, Mario Maya und El Güito und als einen der großen Bailaores der aktuellen Flamenco-Szene.