Musique Espagnole

Tänzer

Blanca del Rey

1949 – heute

Blanca del Rey
Wikimedia Commons

Wer ist Blanca del Rey?

Blanca Ávila Moreno wurde 1949 in Córdoba geboren. Ihr Künstlername stammt aus ihrer Ehe mit Manuel del Rey, dem Besitzer des Madrider Tablaos El Corral de la Morería, einer der renommiertesten Flamenco-Bühnen Spaniens. Schon als kleines Kind, mit nur sechs Jahren, fiel sie durch Siege bei verschiedenen Kinderwettbewerben auf, was eine Berufung ankündigte, die sie zu einem erfolgreichen Debüt im Gran Teatro de Córdoba führen sollte, bevor sie nach Madrid umzog.

In der Hauptstadt fand sie ihren natürlichen Platz auf den Brettern von El Corral de la Morería, demselben Lokal, das mit der Zeit ihren Ehenamen tragen sollte und in dem sie Jahrzehnte später auch als künstlerische Leiterin wirken würde.

Werdegang

Ihre Ehe und die Geburt ihrer beiden Kinder führten zu einer Pause auf den Bühnen, die sie selbst in eine Zeit des Studiums verwandelte: Sie widmete sich der eingehenden Erforschung der historischen Entwicklung des Flamenco, ein Lernprozess, der ihr Verständnis des Tanzes verändern sollte. Ihre Rückkehr, mit Tourneen durch Japan und einer herausragenden Präsenz in der Sendung „La Danza” des spanischen Fernsehens, bedeutete ihre endgültige Weihe.

Von da an entwickelte sie eigene Choreografien in Palos wie Alegrías, Caña und Guajira und schuf Stücke mit persönlicher Handschrift wie ihre berühmte „Soleá del Mantón”. Sie arbeitete mit Größen wie Yehudi Menuhin und Ravi Shankar in „Del Sitar a la Guitarra” zusammen, wirkte an Produktionen über „La vida breve” von Manuel de Falla und „Los tarantos” mit dem Ballet Nacional de España mit und teilte sich mit Maurice Béjart in „Carte Blanche” die Bühne. Außerdem gründete sie ihre eigene Compagnie, das Ballet Flamenco Blanca del Rey.

Stil

Ihr Tanz stützt sich sehr direkt auf die Gitarre und den Cante, mit einer bemerkenswerten Fähigkeit, Musik in Bewegung zu übersetzen; die Kritik hielt sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere für die beste Bailaora der Flamenco-Szene.

Vermächtnis

Sie wurde auf Bitten von Jacques Delors zur Vertreterin des spanischen Tanzes bei der Europäischen Gemeinschaft ernannt und erhielt Auszeichnungen wie den Premio Nacional de Flamenco der Cátedra de Jerez, den Premio Calle de Alcalá und den Titel Cordobesa del Año. Sie trat bei bedeutenden Festivals wie der Bienal de Sevilla oder dem Festival de Flamenco de Jerez auf und verabschiedete sich 2012 in einer Gala von Suma Flamenca von den Bühnen, bei der andere Bailaores ihr Tribut zollten, womit sie eine Laufbahn abschloss, die sie als eine der großen Botschafterinnen des Flamenco in der Welt festigte.