Musique Espagnole

Tänzer

Carmen Cortés

1958 – heute

Wer ist Carmen Cortés?

Carmen Cortés Pérez wurde am 19. Dezember 1958 in Barcelona geboren, als Tochter andalusischer Eltern. Als gitanische Bailaora und Choreografin bildete sie sich im klassischen Tanz an der Escuela del Ballet Nacional aus und erhielt 1994 das Diploma Superior de Danza. Mit der Zeit gründete und leitete sie ihre eigene Compagnie, Carmen Cortés Danza, und entwickelte eine intensive künstlerische Beziehung zum Gitarristen Gerardo Núñez, der einen Großteil ihrer Inszenierungen begleitete.

Werdegang

Ihr choreografisches Schaffen entfaltet sich seit Ende der achtziger Jahre mit Titeln wie „A contraluz” (1988), „Reunión flamenca” (1989), „Flamenco-flamenco” und „Cantes de ida y vuelta” (1990) oder dem Tanztheaterstück „Memorias del cobre” (1991). In den neunziger Jahren brachte sie „El amor brujo” und „Los Gabrieles” heraus sowie literarisch inspirierte Inszenierungen wie „Yerma” (1996, nach García Lorca), die auch am Teatro Phillips in Eindhoven gezeigt wurde, und „Salomé” (1997, nach Oscar Wilde). Ihr Werk „Así pasen cien años” (1998) brachte ihr im selben Jahr eine Nominierung für den Preis der besten Tänzerin der darstellenden Künste ein.

Bereits in den 2000er Jahren zeichnete sie für Stücke wie „Racial”, „Soleá, un son eterno”, „También muere el mar”, „Piezas únicas”, „Celestina” (2004), „La puerta del silencio” und „Mujeres de Lorca” (2006) verantwortlich. Sie ist dafür bekannt, sich souverän zwischen dem orthodoxesten Flamenco und avantgardistischen Ansätzen zu bewegen; tatsächlich war sie die erste Bailaora, die eine Granaína choreografierte, einen Cante im freien Rhythmus, der traditionell dem strukturierten Tanz fernstand.

Vermächtnis

Ihre Inszenierung „Yerma” wurde von der Fundación Federico García Lorca offiziell für die Feierlichkeiten zum hundertsten Geburtstag des Dichters im Jahr 1998 ausgewählt. Sie hat stets an ihrer künstlerischen Unabhängigkeit festgehalten und angesichts der geringen institutionellen Unterstützung einen großen Teil ihres Werks selbst produziert, was sie zu einer der eigenständigsten Stimmen des Autoren-Flamenco der letzten Jahrzehnte gemacht hat.