Musique Espagnole

Tänzer

El Güito

1942 – heute

Wer ist El Güito?

Eduardo Serrano Iglesias, El Güito, wurde 1942 im Madrider Viertel Rastro geboren, in einer Gitano-Familie, in der seine Mutter ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Lotterielosen in Bars und Cafés verdiente. Er begann als Kind zu tanzen, und mit fünf Jahren gewann er einen Wettbewerb für Nachwuchstalente im Teatro Madrid, bei jenem Debüt begleitet vom Gitarristen Pepe Motos.

Werdegang

Danach bildete er sich an den Akademien von La Quica und Antonio Marín aus, und mit vierzehn Jahren trat er der Compañía von Pilar López bei, einer der anspruchsvollsten Schulen des spanischen Tanzes jener Zeit, wo er mit Mario Maya zusammentraf. Mit diesem und mit Carmen Mora gründete er das Trío Madrid, mit dem er in den folgenden Jahren gemeinsam auf Bühnen stand. Mit sechzehn Jahren gewann er den Premio Sarah Bernhardt im Théâtre des Nations in Paris, eine frühe Anerkennung, die seinen Aufstieg als Solotänzer bestätigte.

Stil

Seine Spezialität war stets die Soleá, die er mit einer Nüchternheit und einem szenischen Asketentum interpretierte, das zu seinem Markenzeichen wurde: sparsamer Ausdruckseinsatz, Konzentration und ein makelloses Zapateado, statt eines protzigen technischen Aufwands. Die Kritik hat ihn als wahres Paradigma des klassischen Ideals des Flamenco-Tanzes beschrieben.

Vermächtnis

Er erhielt 1996 den Galardón Calle de Alcalá des Festival de Madrid und 2015 den Preis Compás del Cante der Fundación Cruzcampo. Er gilt weiterhin als der große Bezugspunkt der klassischen, männlichen Schule des Flamenco-Tanzes, direkter Erbe der Strenge, die er an der Seite von Pilar López erlernte und mit Weggefährten seiner Generation wie Mario Maya teilte.