Musique Espagnole

Tänzer

Farruco

1935 – 1997

Wer ist Farruco?

Antonio Montoya Flores, Farruco, wurde 1935 in Pozuelo de Alarcón, Madrid, geboren, in einer Gitano-Familie von Korbmachern, und war ein entfernter Großneffe des Gitarristen Ramón Montoya. Er bildete sich innerhalb der eigenen Familientradition aus, ohne je eine Akademie zu besuchen, und entwickelte schon in jungen Jahren einen kraftvollen und temperamentvollen Tanzstil. Er heiratete mit vierzehn Jahren und wurde mit fünfzehn Vater, was von früh an den Lebensrhythmus einer großen Flamenco-Familie prägte: Er hatte insgesamt fünf Töchter, alle mit Gitanos verheiratet, und wurde mit dreiunddreißig Jahren Großvater.

Werdegang

In den fünfziger Jahren tanzte er gemeinsam mit Lola Flores, Pilar López und Manolo Caracol, und zwischen Ende jenes Jahrzehnts und Anfang der siebziger Jahre gründete er mit Rafael Negro und Matilde Coral das Trio „Los Bolecos”, eine Gruppe, die die Sprache des Gitano-Tanzes ihrer Zeit erneuerte. 1977 gründete er gemeinsam mit seinen Töchtern Rosario „La Farruquita” und Pilar die Gruppe Los Farrucos, und 1986 gründete er seine eigene Tanzschule und nahm zudem an der internationalen Tournee „Flamenco Puro” teil. 1995 trat er in Carlos Sauras Film „Flamenco” auf, sowie im für Canal Plus produzierten Dokudrama „Bodas de gloria”.

Stil

Er galt unter seinen Zeitgenossen als einer der Gitanos mit der größten Kunstfertigkeit und Wirkmacht im andalusischen Tanz, insbesondere verbunden mit der Farruca, dem Palo, der ihm seinen Künstlernamen gab: ein Tanz voller Kraft, Temperament und authentischem Gitano-Geist, fern jeder Manieriertheit.

Vermächtnis

Sein Sohn, der ebenfalls den Namen Farruquito trug, starb mit achtzehn Jahren bei einem Verkehrsunfall – ein Verlust, der die Familie zutiefst prägte. Antonio Montoya starb 1997 in Sevilla und hinterließ eine wahre Flamenco-Dynastie: Sein Enkel, heute künstlerisch als Farruquito bekannt, führt die Familientradition fort, und Farruco wird weiterhin als einer der großen Patriarchen des Gitano-Tanzes des 20. Jahrhunderts in Erinnerung behalten.