La Argentinita

Wer ist La Argentinita?
Encarnación López Júlvez, La Argentinita, wurde 1895 in Buenos Aires als Tochter spanischer Eltern geboren, die nach Madrid zurückkehrten, als sie sechs Jahre alt war. Mit sieben Jahren begann sie bei privaten Festen aufzutreten, und mit etwa zwölf trat sie bereits als Wunderkind in Madrider Varieté-Sälen auf. Sie wurde in den Akademien von Manuel Fontanilla und Julia Castelao in der Calle Olivares in Madrid ausgebildet und debütierte formell mit acht Jahren im Teatro Circo von San Sebastián.
Werdegang
In den zwanziger Jahren trat sie auf Madrider Bühnen wie La Latina, dem Príncipe Alfonso, der Comedia, der Princesa und dem Apolo auf, und ab 1929 brachte sie ihre Kunst nach Paris und Berlin. 1932 gründete sie ihre eigene Compañía mit folkloristischen Balletten wie „Las calles de Cádiz” und „El Café de Chinitas”, mit Künstlerinnen und Künstlern wie La Macarrona, La Malena und Antonio de Triana, ihrem künstlerischen Partner bis 1941; danach tanzte sie mit Federico Rey und ab 1942 mit José Greco. Sie stand der Generación del 27 sehr nahe: Sie arbeitete mit Federico García Lorca zusammen, mit dem sie 1931 eine Schallplatte mit spanischen Volksliedern aufnahm, bei der der Dichter am Klavier saß, sowie mit Rafael Alberti und Salvador Dalí, letzterer als Bühnenbildner einiger ihrer Produktionen.
Spezialisiert auf flamencos Tangos und Bulerías sowie Boleros und Palillos-Tänze, erweiterte sie ihr Repertoire nach und nach um Lieder aus dem 18. Jahrhundert und Werke von Lope de Vega neben volkstümlichen Traditionen aus ganz Spanien. Sie feierte einen aufsehenerregenden Triumph in den Vereinigten Staaten, wo sie 1943 „El Café de Chinitas” im Metropolitan Opera House präsentierte, vermittelt durch Unternehmer wie Sol Hurok.
Stil
Ihr Tanz suchte eine reine Linie, frei von überflüssigen „Verrenkungen”, mit einer zugleich poetischen und dramatischen Herangehensweise, die die Technik in den Dienst der Emotion stellte. Ihre Schwester war die ebenfalls als Bailaora und Choreografin tätige Pilar López, mit der sie diese Sensibilität für den volkstümlich verwurzelten spanischen Tanz teilte.
Vermächtnis
Sie gab ihren letzten Auftritt am 28. Mai 1945 im Metropolitan Opera House mit „Capricho español” von Falla und starb wenige Monate später, am 24. September desselben Jahres, in New York. Sie erhielt posthume Ehrungen wie die Medaillen Alfons des Weisen und Isabellas der Katholischen, und jenes New Yorker Theater bewahrt bis heute eine Gedenktafel zu ihrem Andenken.