Musique Espagnole

Tänzer

La Macarrona

1870 – 1947

Wer ist La Macarrona?

Juana Vargas de las Heras, La Macarrona, wurde am 3. Mai 1870 im Stadtviertel Santiago von Jerez de la Frontera geboren, eine Nachfahrin von Tío Juan und Tío Vicente Macarrón und Schwester der ebenfalls als Bailaora tätigen María la Macarrona. Sie begann schon als kleines Kind aufzutreten, und mit acht Jahren war sie bereits im Café de La Escalerilla in Sevilla engagiert.

Werdegang

Ihre Karriere entfaltete sich mitten in der goldenen Ära der Cafés cantantes: Sie trat im Café de las Siete Revueltas in Málaga und im Café de Silverio in Sevilla auf und arbeitete auch im Café-Kreislauf von Barcelona. Sie debütierte 1889 in Paris im Gran Teatro der Weltausstellung, wo ihre Kunst sogar die Bewunderung des Schahs von Persien weckte; 1912 kehrte sie in die französische Hauptstadt zurück, um dort ein Solorezital zu geben. In Madrid trat sie 1922 im Rahmen der Reihe „Ases del arte flamenco” auf. Bereits in den dreißiger Jahren teilte sie sich die Bühne mit La Argentinita, und nach dem Bürgerkrieg arbeitete sie mit der Compañía von Concha Piquer zusammen. Im Laufe ihrer Karriere trat sie gemeinsam mit Größen wie Antonio Chacón, Fernanda Antúnez, Ramón Montoya und La Malena auf.

Stil

Fernando el de Triana bezeichnete sie als die repräsentativste Frau des Flamenco-Tanzes ihrer Zeit, ein Lob, das den Konsens der Kritik über ihre technische Meisterschaft widerspiegelt. Man erinnert sich an sie wegen ihrer Bühnenpräsenz – „Zigeunergesicht, statuenhafte Figur, Körperflexibilität” – und wegen ihres virtuosen Umgangs mit dem Manton de Manila und der Bata de cola, Elemente, die sie zum Markenzeichen ihres Tanzes machte.

Vermächtnis

1946, ein Jahr vor ihrem Tod, erhielt sie ein wohltätiges Ehrenkonzert im Teatro San Fernando von Sevilla, jener Stadt, in der sie am 17. April 1947 starb. Sie gilt als eine der herausragendsten Bailaoras der gesamten Flamenco-Geschichte, wegen ihrer technischen Beherrschung, ihres Rhythmusgefühls (compás) und der Spuren, die sie bei nachfolgenden Generationen von Bailaoras hinterließ.