Eva Yerbabuena

Wer ist Eva Yerbabuena?
Eva María Garrido García, bekannt als Eva Yerbabuena, wurde 1970 in Frankfurt geboren, als Tochter spanischer Auswanderer, die bald nach Granada zurückkehrten, wo sie in Ogíjares in einem Umfeld aufwuchs, das sie selbst als entscheidend für ihre künstlerische Ausbildung bezeichnet hat. Mit zwölf Jahren begann sie Tanz zu studieren, bei Meistern wie Enrique „El Canastero”, Angustillas, Mariquilla und Mario Maya, vervollständigte ihre choreografische Ausbildung bei Johanes in Havanna und studierte dramatische Kunst in Sevilla bei Juan Furest und Jesús Domínguez. Mit fünfzehn Jahren debütierte sie professionell in der Compañía von Rafael Aguilar.
Werdegang
In ihren ersten Jahren teilte sie sich das Programm mit Bailaores wie Javier Barón, Javier Latorre, Manolete, Merche Esmeralda und Joaquín Cortés, und 1998 tanzte sie gemeinsam mit Michail Baryschnikow in Wuppertal, im Rahmen einer Hommage an die Compañía von Pina Bausch. Um dieselbe Zeit gründete sie ihre eigene Compañía, deren musikalische Leitung der Gitarrist Paco Jarana übernahm, ihr künstlerischer und Lebenspartner, mit dem sie einen Großteil ihres Repertoires aufgebaut hat und mit dem sie auch mit Cantaores wie Arcángel und Miguel Poveda zusammengearbeitet hat.
Mit ihrer Compañía hat sie Titel wie „Eva” (1998), „5 Mujeres 5” (2000), „La voz del silencio” (2002), „A cuatro voces” (2004), „El huso de la memoria” (2006), „Lluvia” (2009) oder „Federico según Lorca” (2011) uraufgeführt und auf internationale Bühnen wie das Théâtre de la Ville in Paris oder das City Center in New York gebracht. Auch im Film und Fernsehen war sie tätig, mit Auftritten in Mike Figgis’ Dokumentarfilm „Sensaciones de mujeres” (1997) und im Film „Hotel” (2001), an der Seite von John Malkovich und Salma Hayek.
Stil
Ihr Verständnis des Tanzes zielt darauf ab, die reinste Flamenco-Tradition mit einer lebendigen Bühnensprache zu vereinen, die im Dialog mit anderen Künsten steht und emotionale Tiefe mit technischer Präzision verbindet; viele ihrer Programme gipfeln in Kombinationen aus Soleá und Bulerías.
Vermächtnis
Sie hat, neben vielen anderen Auszeichnungen, den Premio Nacional de Danza (2001), mehrere Premios Flamenco Hoy (1999, 2000 und 2001), den Time Out London Award (2001), den Giraldillo als beste Bailaora der Bienal de Sevilla (2002), mehrere Premios Max sowie die Medaille von Andalusien erhalten, und 2022 überreichte ihr König Felipe VI. den Giraldillo Ciudad de Sevilla, in Anerkennung ihrer beständigen Suche nach neuen Ausdrucksformen und ihrer Arbeit in der Ausbildung und Weitergabe des Tanzes. Sie ist weiterhin aktiv und verbindet das kreative Schaffen mit der Ausbildung neuer Generationen von Bailaoras.