Manolete (bailaor)
Wer ist Manolete?
Manuel Santiago Maya, bekannt als Manolete, wurde 1945 in den Höhlen des Sacromonte in Granada geboren, im Schoß der Gitano-Dynastie der Maya, und begann mit sieben Jahren zu tanzen. Mit fünfzehn zog er, begleitet von seinem Bruder, dem Gitarristen Juan Maya „Marote”, der seine frühe Ausbildung entscheidend prägte, nach Madrid und wurde an der Akademie von Antonio „El Bailarín” ausgebildet, mitten in der Blütezeit der Madrider Tablaos, wo er mit Künstlern wie Antonio Gades verkehrte. Er trat unter anderem in Torres Bermejas auf, einem der renommiertesten Tablaos Madrids.
Werdegang
Er tanzte in Compagnien wie denen von Manuela Vargas, María Albaicín und La Chunga sowie als Gastkünstler beim spanischen Nationalballett. Er bereiste Europa, Amerika und Japan und wirkte in bedeutenden Produktionen wie „Macama Jonda” und „Los Tarantos” mit; außerdem trat er 1996 und 2000 bei der Cumbre Flamenca und der Bienal de Flamenco in Sevilla auf.
2009 gründete er die Escuela Internacional de Flamenco in La Chumbera, Granada, wo er Künstler vom Rang eines Joaquín Cortés, Antonio Canales, Manolo Liñán, Eva Yerbabuena oder Sara Baras ausbildete; seine Tochter Judea wurde stellvertretende Leiterin der Schule.
Stil
Er war besonders für seine Interpretation der Farruca bekannt, eines männlichen und technisch überaus anspruchsvollen Tanzes, den er mit einer Strenge und klassischen Haltung ausführte, die er nur selten zugunsten äußerer Effekte aufgab.
Vermächtnis
Er erhielt den Premio Nacional de Danza, den Preis des Verbands der Tanz- und Flamencolehrer, 2008 die Goldmedaille der Stadt Granada und 2010 das goldene Abzeichen der Peña de la Platería. Er starb am 12. September 2022 im Alter von 77 Jahren und wird als einer der großen Meister des männlichen Flamenco-Tanzes und als Ausbilder mehrerer Generationen von Bailaores in Erinnerung bleiben.