Musique Espagnole

Tänzer

Manuela Vargas

1941 – 2007

Wer ist Manuela Vargas?

Manuela Hermoso Vargas wurde 1941 im Sevillaner Stadtviertel La Macarena geboren. Sie tanzte schon als Kind bei Familienfesten, und mit zwölf Jahren arbeitete sie bereits im Tablao El Guajiro; mit sechzehn erhielt sie eine geregeltere Ausbildung bei Meister Enrique „El Cojo”, auch wenn ein Großteil ihrer Kunst autodidaktisch war und sich schließlich in Tablaos wie El Duende in Madrid vollendete. Wer sie kannte, hob hervor, dass ihr Stil keinem anderen glich: Sie tanzte, so hieß es, „wie Gott sie führte”, gestützt eher auf dramatische Kraft als auf technische Virtuosität, mit etwas von der Intensität der großen mediterranen Schauspielerinnen.

Werdegang

Sie debütierte 1962 in Madrid im El Duende, und ein Jahr später gründete sie zusammen mit dem Regisseur José Monleón ihre erste Compagnie mit dem Projekt „La Antología del Flamenco”. 1965 trat sie im spanischen Pavillon der Weltausstellung in New York auf. Im Laufe der achtziger Jahre spielte sie die Hauptrolle in bühnenbedeutenden Inszenierungen wie „Medea” (1984, mit Musik von Manolo Sanlúcar und Choreografie von José Granero), „Las Bacantes” von Salvador Távora (1987) oder „La Petenera”, und arbeitete zudem mit dem Regisseur Miguel Narros an Adaptionen klassischer Texte.

Ab 1980 gehörte sie dem spanischen Nationalballett an, bis sie 1984 die Compagnie verließ, um wieder ihr eigenes Projekt zu leiten, und wirkte auch im Film mit, mit einem Auftritt in Almodóvars „La flor de mi secreto”. Sie hatte zwei Töchter.

Stil

Sie beherrschte Palos wie die Caña, die Petenera, die Seguiriya, den Mirabrás, die Bulería, die Rumba, die Tientos oder die Soleá, und ihre Art, sie zu tanzen, ist eher für die emotionale und tragische Hingabe als für technische Kunststücke in Erinnerung geblieben.

Vermächtnis

Sie gewann 1963 den Premio Internacional de Danza von Paris, erhielt 1969 die Medaille der Dama Cabal von der Cátedra de Flamencología in Jerez und 2006 die Goldmedaille für Verdienste um die Schönen Künste. Sie starb am 12. Oktober 2007 in Madrid im Alter von fünfundsechzig Jahren an Krebs und hinterließ als Zeugnis ihrer Kunst mehrere Aufnahmen sowie eine 1967 zusammen mit der Cantaora Fernanda de Utrera eingespielte Platte.