Rafael Amargo
Wer ist Rafael Amargo?
Jesús Rafael García Hernández, bekannt als Rafael Amargo, wurde am 3. Januar 1975 in Pinos Puente, Granada, in eine Gitano-Familie geboren. Er wurde in der reinsten Flamenco-Tradition ausgebildet und studierte während einer Zeit in New York an der Schule von Martha Graham, wodurch er Strömungen des zeitgenössischen Tanzes aufnahm, die er später in seine Flamenco-Sprache integrierte, ohne dabei die Wurzel aufzugeben. Er hat offen den Einfluss von Antonio Gades auf sein Verständnis des Tanzes anerkannt.
Werdegang
1997 gründete er seine eigene Kompanie, mit der er “La garra y el ángel” uraufführte, wobei Eva Yerbabuena als Gastkünstlerin mitwirkte, und festigte 1999 seinen Namen mit “Amargo” im Teatro Bellas Artes in Madrid. Zu seinen bedeutendsten Inszenierungen zählen “Poeta en Nueva York” (2002), inspiriert von García Lorca und mit der Schauspielerin Marisa Paredes in der Besetzung, “El amor brujo” (2003), nach der Partitur von Manuel de Falla und mit Neueinstudierung von Lola Greco, “Enramblao” (2004), “DQ… Pasajero en tránsito” (2005), in Zusammenarbeit mit Carlos Padrissa von La Fura dels Baus, und “La difícil sencillez” (2009), das sich mit dem lorquianischen Konzept des Duende beschäftigt. Außerhalb des reinen Flamenco choreografierte er das Musical “Zorro” im Londoner West End und am Broadway, mit Musik der Gipsy Kings und John Cameron sowie einem Ensemble von dreißig Künstlern.
Stil
Sein Ansatz verbindet den traditionellen Flamenco mit dem zeitgenössischen Tanz und dem Einsatz von Audiovisuellem und Bühnenbild, wobei er sich von übermäßiger technischer Komplexität entfernt, um den Akzent auf die musikalische Emotion und die Suche nach dem lorquianischen Duende zu legen, ohne dabei auf die Kultur des Tablao zu verzichten.
Vermächtnis
Er hat vier Max-Preise der Darstellenden Künste erhalten, zwei für “Amargo” und je einen für “Poeta en Nueva York” und “El amor brujo”, dazu den Premio Positano Leonide Massine de la Danza und den UNESCO-Preis für die internationale Verbreitung des Flamenco. Seine Choreografie für “Zorro” war für die Laurence-Olivier-Preise nominiert, und seine Karriere hat den Autoren-Flamenco auf Bühnen in Spanien, Europa und Nordamerika getragen.