Musique Espagnole

Tänzer

Tía Juana la del Pipa

1905 – 1987

Wer ist Tía Juana la del Pipa?

Juana de los Reyes Valencia, Tía Juana la del Pipa, wurde 1905 in Jerez de la Frontera als Tochter des Cantaors Luis “el de La Maora” geboren und wuchs mitten im Flamenco-Ambiente von Jerez auf, bis sie zu einer geborenen Bailaora wurde, die sich vor allem auf Bulerías spezialisierte. Ihr Künstlername stammt von ihrem ersten Ehemann, einem Verkäufer von Sonnenblumenkernen; in zweiter Ehe heiratete sie den Bailaor El Bizco Guzi und wurde Mutter der Cantaora Juana Fernández und des Bailaors Antonio El Pipa.

Werdegang

Trotz ihres Talents debütierte sie erst mit vierzig Jahren vor Publikum, bei einer Hommage an Tío Parrilla in der Stierkampfarena von Jerez. Von da an folgte eine Reihe bedeutender Auftritte: 1964 verbrachte sie zwei Monate in Las Cuevas de Nerja in Madrid mit der Gruppe “Los Viejos”, 1969 trat sie in Torres Bermejas auf und 1972 in Los Cabales, außerdem nahm sie seit den sechziger Jahren erfolgreich an andalusischen Flamenco-Festivals sowie am Concurso Nacional de Arte Flamenco von Córdoba teil.

Stil

Die Kritik bezeichnete ihren Tanz por Bulerías als “höchst eigenständig und klassisch zugleich”, eine seltene Kombination, die sie als eine Interpretin tief jerezanischer Wurzeln auszeichnete, treu der familiären Tradition, in der sie von Kindheit an aufgewachsen war.

Vermächtnis

1982 wurde ihr im Teatro Lope de Vega in Sevilla und 1985 bei der Fiesta de la Bulería in Jerez jeweils eine Hommage gewidmet, letztere gemeinsam mit Tía Anica La Piriñaca. Sie starb 1987 in Jerez de la Frontera. Sie wird als eine der großen Lehrmeisterinnen des Bailes por Bulerías aus Jerez in Erinnerung gehalten, die diese Kunst an ihre eigenen Kinder und an die nachfolgenden Generationen weitergab.