Antonio Mairena

Wer ist Antonio Mairena?
Antonio Cruz García wurde am 7. September 1909 in Mairena del Alcor (Sevilla) geboren, in einer Roma-Familie, die dem Schmiedehandwerk nachging. Gerade an der Schmiede seines Vaters begann er seine Stimme und sein Gefühl für den Rhythmus (compás) zu formen, in einem Umfeld, in dem der Cante zum Alltag gehörte. Seine ersten Künstlernamen waren “Niño de Rafael” und “Niño de Mairena”, bevor er sich als Antonio Mairena etablierte, dem Namen, unter dem er in die Geschichte des Flamenco eingehen sollte.
Werdegang
Er bildete sich als Schüler von Joaquín el de la Paula, dem Schöpfer der Soleá de Alcalá, sowie von Manuel Torre, zwei der einflussreichsten Figuren des Gitano-andalusischen Cante, deren Spuren seine Art zu singen für immer prägten. Mit dieser doppelten Schulung baute er ein äußerst umfangreiches Repertoire auf, das unter anderem Tangos, Cantiñas, Soleares, Seguiriyas, Bulerías, Tientos, Garrotín und Fandangos de Huelva umfasste. Er unternahm internationale Tourneen, teils begleitet vom Tänzer Antonio “el Bailaor”, und erreichte 1962 einen der zentralen Meilensteine seiner Karriere, als er bei einem Wettbewerb für Profis in Córdoba, dotiert mit hunderttausend Peseten, die Llave de Oro del Cante gewann. Im selben Jahr initiierte er die Gründung des nach ihm benannten Concurso Nacional de Cante Jondo. Ab 1959 war er zudem Ehrendirektor der Cátedra de Flamencología y Estudios Folclóricos Andaluces in Jerez, einer Plattform, von der aus er seine Sicht des Flamenco als im Wesentlichen gitano-andalusische Kunst verteidigte.
Palos und Diskografie
Er hinterließ eine überaus umfangreiche Diskografie mit Anthologien, die für die führenden Plattenfirmen seiner Zeit aufgenommen wurden und zu den bedeutendsten zählen, die je über den Flamenco-Cante entstanden sind. Sein letztes Konzert fand am 26. Februar 1977 in der Peña El Taranto in Almería statt, später unter dem Titel “Así fue…” neu aufgelegt, während 2008 “El corazón por entero” wiederveröffentlicht wurde, eine Aufnahme seines letzten Auftritts mit der Gitarre von Pedro Peña. Zusammen mit dem Schriftsteller Ricardo Molina veröffentlichte er 1963 den Essay “Mundo y formas del cante flamenco”, ein Schlüsselwerk, in dem er sein Denken über die Reinheit des Cante darlegte.
Vermächtnis
Antonio Mairena starb 1983 in Sevilla, nachdem er zu Lebzeiten Auszeichnungen wie die Medalla al Mérito en el Trabajo (1981) und die Medalla de Oro de Bellas Artes (1983) erhalten hatte, und wurde posthum zum Hijo Predilecto de Andalucía ernannt. Sein Vermächtnis verbindet ein maßstabsetzendes aufgenommenes Werk mit einem theoretischen Beitrag, der über Jahrzehnte hinweg das Verständnis und die Einordnung des Flamenco-Cante mit gitano-Wurzeln prägte.