Corruco de Algeciras
Wer ist Corruco de Algeciras?
José Ruiz Arroyo, Corruco de Algeciras, wurde am 21. Januar 1910 in La Línea de la Concepción (Cádiz) geboren, zog aber als Kind nach Algeciras, wo er aufwuchs und wo die Stadt schließlich seinem Künstlernamen den Namen gab. Mit nur vierzehn Jahren hörte Manuel Vallejo ihn im Café del Moro in Algeciras singen und erkannte sein Potenzial, woraufhin er ihn ermutigte, sich professionell dem Cante zu widmen.
Werdegang
Ausgehend von dieser Entdeckung begann er, in Cafés Cantantes der Region aufzutreten, wie dem Plus Ultra oder La Nácar, wo er mit anderen Künstlern des Campo de Gibraltar in Kontakt kam. 1928 nahm er an einem Saeta-Wettbewerb im Ideal Cinema von Algeciras teil, und 1929 trat er im Teatro Cine Novedades in Sevilla auf. Zwischen 1930 und 1936 trug er seinen Cante durch Sevilla, Madrid, Barcelona, Talavera de la Reina, Granada, Badajoz und das damalige spanische Marokko und teilte sich die Bühne mit Künstlern wie Choclero, Tío Mollino, Dominguillo, El Carbonerillo, Macandé und José Palanca, wobei ihn gewöhnlich Manitas de Plata an der Gitarre begleitete.
Palos und Diskografie
Er spezialisierte sich auf Fandangos, einen Stil, in dem er eine eigene Schule prägte, ohne dabei Seguiriyas, Soleares, Malagueñas, Tarantas, Milongas, Campanilleros und die Media Granaína zu vernachlässigen. Er nahm 36 verschiedene Stile für Labels wie Gramófono, La Voz de Su Amo, Parlophon und Odeón auf und hinterließ damit ein beachtliches diskografisches Erbe für einen Cantaor mit so kurzer Laufbahn.
Vermächtnis
Seine Karriere wurde durch den Bürgerkrieg jäh beendet: Er starb am 11. April 1938 an der Front von Teruel an einer Schussverletzung und wurde auf dem Friedhof von Balaguer (Lérida) beigesetzt. Seine Fandangos gelten bis heute als Pflichtschule, kopiert von großen späteren Meistern, dank der melodischen Synthese und der Ausdrucksintensität, die er in nur einem Jahrzehnt seiner Laufbahn zu entwickeln vermochte.