El Canario de Colmenar
Wer ist El Canario de Colmenar?
Manuel Blanco Játiva, künstlerisch bekannt als El Canario de Colmenar, wurde am 11. September 1899 in Colmenar de Oreja (Madrid) geboren. Als Payo aus sehr bescheidenen Verhältnissen wuchs er auf, indem er von Kindesbeinen an auf dem Feld arbeitete, und genau bei dieser landwirtschaftlichen Arbeit begann er, jene kraftvolle Stimme zu entwickeln, die ihn später auf die Bühnen führen sollte.
Seine berufliche Laufbahn begann im Alter von etwa zwanzig Jahren, als er beschloss, vom spontanen Gesang zu bezahlten Auftritten überzugehen, und sich rasch einen Namen unter dem interessierten Publikum Madrids machte.
Werdegang
Im Laufe der zwanziger Jahre trat er auf verschiedenen Madrider Bühnen auf: im Parque del Turó 1924, in den Theatern Novedades und Pavón 1925, im Fuencarral und im Monumental Cinema 1926, wo er 1927 zudem an einem Wettbewerb teilnahm. Bei diesen Auftritten wurde er von Gitarristen vom Rang eines Luis Yance, Habichuela und Ramón Montoya begleitet. 1928 erreichte er das Café cantante El Tronio in Sevilla, wo er als „der Papst des Cante jondo” angekündigt wurde, und er reiste zudem gemeinsam mit Paco El Americano nach Lateinamerika. Die lokale Überlieferung berichtet außerdem von einer Herausforderung, die er einst an Niño de Marchena richtete, um zu klären, wer von beiden die besseren Fähigkeiten für den Cante besaß.
Palos und Diskografie
Er spezialisierte sich vor allem auf die Malagueña breva, den Palo, mit dem er seinen Ruhm begründete, auch wenn er als Cantaor seiner Zeit ebenso weitere Stile des traditionellen Cante-jondo-Repertoires beherrschte. Es sind keine Hinweise auf erhaltene Schallplattenaufnahmen von ihm bekannt.
Vermächtnis
Mehr als um Ruhm oder Geld ging es ihm, wie eine in seinem Dorf überlieferte Redewendung besagt, darum, dass er „nicht geboren wurde, um gegen Bezahlung zu singen, sondern um singend zu leben”. Er starb am 20. Oktober 1951 in seinem Heimatort Colmenar de Oreja, wo er noch immer sehr geschätzt wird und seine sterblichen Überreste auf dem örtlichen Friedhof ruhen.