Musique Espagnole

Flamenco-Sänger

El Chaquetón

1946 – 2003

Wer ist El Chaquetón?

José Antonio Díaz Fernández, El Chaquetón, wurde 1946 in Algeciras (Cádiz) geboren, im Schoß einer der dem Flamenco am stärksten verbundenen Familien der Provinz. Sein Vater war der Cantaor Flecha de Cádiz, seine Mutter María Fernández de los Santos, Cantaora und Tänzerin aus der Dynastie der Chaqueta; sein Großvater mütterlicherseits, El Mono, galt als eine wahre Enzyklopädie des Cante. Zu seinen Onkeln zählten Tomás El Chaqueta, Tänzer, und Antonio El Chaqueta, Cantaor, und auch sein eigener Bruder Manuel El Flecha widmete sich dem Cante.

Mit diesem familiären Erbe war es fast unvermeidlich, dass er sich für die Flamenco-Kunst entschied, und so geschah es schon in sehr jungen Jahren, wobei er ein äußerst umfangreiches Repertoire pflegte, das sowohl ernste als auch festliche Cantes umfasste.

Werdegang

Er zog mit nur zwölf Jahren nach Madrid, und schon mit fünfzehn debütierte er künstlerisch in der Venta Manzanilla, wo er mit Veteranen wie Felipe de Triana, Pepe El Culata und Manolo de Huelva auftrat, von denen er sich das Handwerk aneignete. 1964 wurde er Teil des Tablao Zambra in Madrid, gemeinsam mit Pericón de Cádiz und Juan Varea, und später tourte er mit Kompanien zusammen mit der Tänzerin Pacita Tomás durch Spanien und Europa. Zudem verbrachte er eine lange Zeit in den Tablaos Madrids: fünf Jahre im Café de Chinitas und ein weiteres Jahr im Corral de la Morería.

Ab Ende der siebziger Jahre weitete er seine Tätigkeit auf Festivals, Peñas und Kulturzentren aus, mit Konzerten in Paris und einem bemerkenswerten Auftritt in der Sala Olimpia in Madrid 1982, begleitet an der Gitarre von Enrique de Melchor. 1980 erhielt er den Preis Enrique El Mellizo beim Concurso Nacional de Arte Flamenco in Córdoba, und in den folgenden Jahren nahm er an Veranstaltungen der Juventudes Musicales de Francia teil, an den Internationalen Kursen für Flamenco-Kunst der Cátedra de Flamencología in Jerez (1983), am Internationalen Musikfestival von Marrakesch sowie an der IV. Bienal de Arte Flamenco von Sevilla, beide 1986.

Palos und Diskografie

Seine Spezialität waren die reinen Cantes aus Cádiz, insbesondere die Malagueña von Enrique el Mellizo, wobei er auch die Cantiñas und praktisch die gesamte Bandbreite ernster und festlicher Stile mühelos beherrschte. Seine Stimme, beschrieben als leicht afillá, rau und tief, erlaubte es ihm, sich sowohl im Begleitgesang zum Tanz als auch im solistischen Cante zu bewähren, wobei er unter anderem Aufnahmen von Cantiñas gemeinsam mit dem Gitarristen Felipe Maya hinterließ.

Vermächtnis

Er starb am 29. Dezember 2003 in Madrid, Opfer eines Krebsleidens. Man erinnert sich an ihn als einen der großen Interpreten der Tradition von Cádiz, einen Meister, der zu Lebzeiten nicht immer die Anerkennung erhielt, die seine Kunst verdiente. Ihm zu Ehren trägt eine Peña in der Calle Canarias in Madrid seinen Namen und hält so die Erinnerung an einen Cantaor wach, der sich vor allem der Reinheit der Malagueña von El Mellizo verschrieben hatte.