El Tenazas de Morón
Wer ist El Tenazas de Morón?
Diego Bermúdez Cala, bekannt als El Tenazas de Morón, wurde 1850 in Morón de la Frontera (Sevilla) geboren, im Schoß einer Bauernfamilie. Er gab die Feldarbeit erst mit fünfundzwanzig Jahren auf, dem Zeitpunkt, an dem er begann, bei informellen Zusammenkünften in seinem engsten Umfeld zu singen – ein später und bescheidener Beginn, der im Gegensatz zu der Bedeutung steht, die er später erlangen sollte.
Werdegang
Man verbindet ihn direkt mit der Schule von Silverio Franconetti und Paquirri el Guante, deren Erbe er durch den persönlichen Umgang, den er mit ihnen pflegte, und durch seine Art, die ältesten und ursprünglichsten Cantes zu verstehen, fortführte. Er sang sogar vor der spanischen Königsfamilie, vor den Infanten Don Carlos und Doña María Luisa, und trat im Teatro Pavón in Madrid auf, begleitet vom Gitarristen Javier Molina. Der zentrale Höhepunkt seiner Karriere kam 1922, als er im Alter von zweiundsiebzig Jahren den ersten Preis des berühmten Concurso de Cante Jondo von Granada gewann, eines Wettbewerbs, dessen Jury Intellektuelle vom Rang eines Manuel de Falla und Federico García Lorca vorsaßen. Nach diesem Triumph bereiste er, bereits im hohen Alter, Andalusien auf einer Tournee, die ihn spät, aber intensiv, auf die Bühnen zurückbrachte.
Palos und Diskografie
Er galt als einer der großen Kenner der ältesten und ursprünglichsten Cantes, mit der Caña, der Seguiriya und der Soleá als seinen Referenzstilen. Wegen seines fortgeschrittenen Alters hinterließ er nur wenige Aufnahmen, doch die erhaltenen reichen aus, um das Echo der Schule Franconettis und das Gewicht einer Tradition zu vermitteln, die er selbst mit am Leben erhielt.
Vermächtnis
Seine Gestalt beeinflusste Intellektuelle wie Manuel de Falla und Federico García Lorca, die in ihm die lebendige Erinnerung an einen fast verschwundenen, ursprünglichen Flamenco sahen, was zu seiner symbolischen Rolle in der vom Wettbewerb von Granada 1922 angestoßenen Wiederbelebung des Cante jondo beitrug. Er starb 1933 in Puente Genil (Córdoba), einem Ort, der ihm 2008 anlässlich des 75. Jahrestags seines Todes eine Ehrung ausrichtete.