Emilio el Moro
Wer ist Emilio el Moro?
Emilio Jiménez Gallego, künstlerisch Emilio el Moro, wurde am 3. November 1923 in Melilla geboren, damals unter spanischer Hoheit. Als Payo begannen seine Flamenco-Anfänge in seiner Heimat, wo er zunächst Gitarre spielte und die großen Cantaores seiner Zeit nachahmte, bevor er sich entschloss, selbst auf eine Bühne zu steigen.
Werdegang
Er zog nach Madrid, um sich unter den Profis des Cante einen Platz zu erobern, und ließ sich im Stadtviertel Usera nieder. Dort fand er als engagierter Künstler des Circo Price seinen eigentlichen Platz, einer Bühne, die es ihm erlaubte, einen Stil zu entwickeln, der weit von dem feierlicheren Cante jondo entfernt war: Er selbst pflegte zu sagen, „den Cante jondo überlasse ich euch, den guten Kennern”, und setzte lieber auf Flamenco-Parodie und humoristische Imitationen, wobei er sogar Tonfälle einbaute, die er „arabische Stimmen” nannte.
Er erwarb sich den Ruf eines charismatischen und einfallsreichen Künstlers, der das Publikum mit Einfällen wie der Ankündigung „ein Gitarrensolo” zum Lachen bringen konnte, bei dem er dann das Instrument allein auf der Bühne weiterklingen ließ und unter Gelächter abging. Im Laufe seiner Karriere trat er zusammen mit zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten des Flamenco seiner Zeit auf und nahm mehrere Platten auf, wobei die spärliche erhaltene Dokumentation keine genauen Titel oder Labels mehr zulässt.
Palos und Diskografie
Sein Repertoire war eher auf Show und Komik als auf die orthodoxe Beherrschung der traditionellen Palos ausgerichtet, weshalb man ihn nicht in besonderer Weise mit einem konkreten Cante verbindet; sein Beitrag bestand vor allem darin, ein Interpret zu sein, der den Flamenco vom Humor her neu erfand.
Vermächtnis
Er starb am 10. Juli 1987 in Alicante, bei einem durch eine Gasexplosion verursachten Unfall. Sein Vermächtnis ist eher zu einer Kuriosität für Liebhaber geworden als zu einer Referenz innerhalb des traditionelleren Cante jondo, doch man erinnert sich liebevoll an seinen Einfallsreichtum und daran, dass er, fast im Alleingang, eine in seiner Generation seltene komische Spielart des Flamenco erkundet hat.