Enrique Orozco
Wer ist Enrique Orozco?
Enrique Orozco Fajardo wurde am 12. März 1912 in Olvera geboren, einem Dorf in der Sierra von Cádiz, und entwickelte schon in jungen Jahren eine Leidenschaft für den Cante, die ihn zu einer langen, fast ausschließlich den mineralischen und den Málaga-Stilen des Flamenco gewidmeten Karriere führen sollte.
Werdegang
Er debütierte 1934 professionell im Kursaal Olimpia und sammelte von da an immer mehr Auszeichnungen bei den wichtigsten Cante-Wettbewerben: Er gewann den zweiten Preis für Fandangos beim Concurso Nacional de Cante im Circo Price in Madrid, und Jahre später setzte er sich mit dem ersten Preis beim Festival Nacional del Cante de las Minas in La Unión durch, 1962, sowie mit dem Preis für Cartageneras 1964. Er bereiste Spanien auf Tournee gemeinsam mit Manuel Vallejo und wirkte 1964 ebenfalls bei der Show „Alarde flamenco” mit Pepe Marchena mit. Seine Ausstrahlung reichte über die Grenzen hinaus, mit Auftritten in Pariser Tablaos – darunter La Puerta del Sol und El Catalán – sowie am Théâtre des Nations und an der Sorbonne, 1955. Bereits in voller künstlerischer Reife trat er 1982 beim ersten Cumbre Flamenca im Teatro Alcalá Palace in Madrid auf und nahm 1986 an der Bienal de Arte Flamenco von Sevilla teil.
Palos und Diskografie
Sein Cante konzentrierte sich vor allem auf Malagueñas, Granaínas, Tarantas, Cartageneras und Fandangos, Stile, denen er eine sehr persönliche Interpretationsnote verlieh und für die er bei den Wettbewerben des Cante minero und levantino besonders anerkannt wurde. Er hinterließ eine Diskografie, die 1935 beginnt und die laut Fachleuten ein bemerkenswertes Interesse als Zeugnis der Entwicklung dieser Palos über mehr als ein halbes Jahrhundert Karriere bewahrt.
Vermächtnis
1987 erhielt er den Premio Nacional de Maestría der Cátedra de Flamencología von Jerez, eine der prestigeträchtigsten Auszeichnungen der Flamenco-Welt, die eine ganz dem Cante gewidmete Laufbahn krönte. Enrique Orozco starb am 30. Mai 2004 in Sevilla, im Alter von zweiundneunzig Jahren, und seine sterblichen Überreste ruhen auf dem Friedhof von San Fernando in derselben Stadt.