Felipe Lara
Wer ist Felipe Lara?
Felipe Gertrudis Lara, künstlerisch bekannt als Felipe Lara, wurde am 12. April 1945 in Don Benito (Badajoz) geboren. Er ist der Sohn der Dichterin Luisa Lara Miranda und des Cantaors Felipe Gertrudix Rodado, weshalb er in einem Umfeld aufwuchs, in dem sich Dichtung und Cante vereinten – ein doppeltes familiäres Erbe, das seine Berufung schon als Kind prägte.
Werdegang
Um seine Ausbildung zu vervollständigen, bereiste er verschiedene Orte Andalusiens – Córdoba, Málaga, Cádiz und Sevilla – auf der Suche nach dem Cante an seinen traditionellsten Quellen. In Madrid schloss er sich der Peña Charlot an, wo er Freundschaft mit dem Meister Bernardo de Alcalá de Guadaira schloss, dessen Einfluss sich als entscheidend für seine künstlerische Entwicklung erwies. Seine Karriere festigte sich Mitte der sechziger und in den siebziger Jahren: 1964 erhielt er einen Preis beim IV. Festival del Cante de las Minas in La Unión und war Finalist der Fernsehsendung von Televisión Española „Salto a la Fama” (1964–1965); 1966 erhielt er den Estrella de Oro von La Voz de Madrid; 1969 trat er im Tablao El Flamenco in Bordeaux auf, und zwischen 1970 und 1971 wirkte er in der TVE-Sendung „Buenas Tardes” mit.
Palos und Diskografie
Sein Repertoire zählt zu den umfangreichsten unter den Cantaores aus Extremadura, mit Tangos, Guajira, Serrana, Petenera, Soleares, Tientos, Malagueña, Granaína, Cartagenera, Minera und Taranta, mit besonderer Hingabe an die Cantes mineros. 1971 beauftragte ihn Radio España mit der Präsentation der Anthologie „Cien Estilos del Flamenco”, die auf neun LPs veröffentlicht wurde und als einer der wichtigsten Beiträge zur klanglichen Dokumentation des Flamenco jener Jahre gilt.
Vermächtnis
Neben seiner Tätigkeit auf Bühnen, im Radio und im Fernsehen während der siebziger Jahre wird er vor allem dafür anerkannt, den Flamenco in Schulen, Universitäten und Kulturzentren in ganz Spanien gebracht zu haben, mit Vorträgen und Konferenzen, die von der Kritik für ihr tiefes Wissen und ihre Vermittlungsarbeit an die jüngeren Generationen geschätzt wurden.