Musique Espagnole

Flamenco-Sänger

Gitanillo de Bronce

1944 – heute

Wer ist Gitanillo de Bronce?

Miguel Pastor de los Santos, künstlerisch bekannt als Gitanillo de Bronce, wurde am 30. Juni 1944 in Rota (Cádiz) geboren, innerhalb der großen gitanischen Saga der Agujetas. Er war Neffe von Agujeta el Viejo und Cousin von Manuel de los Santos Pastor, El Agujeta, was ihn von Geburt an ins Herz einer der prägendsten Familien für die Bewahrung des orthodoxesten cante jondo stellte.

Diese Herkunft prägte von Kindheit an seine Art, den Flamenco zu verstehen, denn er wuchs auf, indem er das Erbe von Figuren wie Tomás Pavón, Manuel Torre, Juan Talega und Juaniquín hörte und aufnahm — unverzichtbare Bezugspunkte der reinsten und am wenigsten der Verzierung zugeneigten Schule. Daher gilt er besonders als Spezialist für die cantes tomaseros, jenen Zweig der Stile, der mit Tomás Pavón selbst verbunden ist.

Werdegang

Seine ersten Berufsauftritte absolvierte er gemeinsam mit Miguel de los Reyes im tablao La Perla von San Sebastián, eine Bühne, die ihm als Sprungbrett diente, bevor er mit Manolo Caracol auf Tournee ging. Im Laufe der Jahre teilte er Programme und Reisen mit seinem Cousin Agujeta, mit dem er sogar in New York auftrat, sowie mit der Cantaora Isabel Frías und mit José Meneses, und er war ein gewohnter Gast in den Flamenco-peñas von Madrid sowie bei Festivals und Galas an verschiedenen Orten Spaniens.

1985 gewann er den ersten Preis eines vom P.C.E. organisierten cante-Wettbewerbs, eine der wenigen dokumentierten offiziellen Auszeichnungen seiner Laufbahn. Im September 2002 reiste er nach Japan, um gemeinsam mit seinen Cousins Paco und Diego Agujetas aufzutreten, auf einer Tournee, die die internationale Ausstrahlung der Familienschule der Agujetas verstärkte.

Palos und Diskografie

Sein Repertoire konzentriert sich auf tonás, martinetes, soleá, tientos, seguiriyas und bulerías, cantes, die er mit dem für das Haus der Agujetas typischen Stempel der Reinheit und Nüchternheit interpretiert. Auf Tonträger nahm er 1976 einundzwanzig LP-Alben für die Plattenfirma Euromusic auf, und 2002 nahm er in Japan eine CD zusammen mit seinen Cousins Paco und Diego Agujetas und der Forscherin Chiaki Horikoshi auf, begleitet an der Gitarre von Manuel Parrilla.

Vermächtnis

Abseits des cante betrieb Gitanillo de Bronce eigene Geschäfte in Marbella, Madrid und Rota, darunter tablaos und eine Bar-Tablao in der Hauptstadt, die er mit seiner künstlerischen Tätigkeit verband. Sein Name bleibt mit jenem Zweig der Agujetas verbunden, der Generation für Generation eine der urwüchsigsten und genuin gitanischsten Stimmen des Flamenco-cante lebendig gehalten hat.