Musique Espagnole

Flamenco-Sänger

Juanito Mojama

1892 – 1957

Wer ist Juanito Mojama?

Juan Valencia Carpio, künstlerisch bekannt als Juanito Mojama, wurde am 23. August 1892 in der Calle Honsario von Jerez de la Frontera geboren, im Umfeld der gitanischen Viertel Santiago und La Plazuela. Den Beinamen „Mojama” gab ihm der Gitarrist Miguel Borrull, in Anspielung auf seine dunkle Hautfarbe und seine schmale Statur, und mit ihm ging er in die Geschichte des cante ein.

Sein Neffe, der ebenfalls berühmte Cantaor Terremoto de Jerez, sollte Jahrzehnte später die künstlerische Linie der Familie fortsetzen, ein Beweis für die tiefe Verbundenheit dieser Sippe mit der Schule von Jerez.

Werdegang

Antonio Chacón, sein Landsmann und der einflussreichste Cantaor seiner Zeit, nahm ihn auf und förderte ihn bereits in Madrid, einer Stadt, in der Juanito Mojama fast sein ganzes Erwachsenenleben verbrachte und seinen Lebensunterhalt in colmados wie Los Gabrieles und Villa Rosa verdiente. Dennoch zog er die Intimität privater Treffen der cabales der Zurschaustellung auf öffentlichen Bühnen vor, eine Entscheidung, die sein Profil als zurückhaltenden, dem Ruhm wenig zugeneigten Cantaor prägte.

1929 nahm er acht Schellackplatten bei 78 Umdrehungen für das Label Gramófono zusammen mit dem Gitarristen Ramón Montoya auf, sechzehn cantes insgesamt, die sein bedeutendstes klingendes Vermächtnis darstellen. 1949 wurde ihm im Teatro Alcalá von Madrid eine Ehrung zuteil, an der zahlreiche Künstler mitwirkten, doch in seinen letzten Jahren, bereits krank, musste er Tabak verkaufen, um zu überleben — ein Ende, das weit entfernt war von der Anerkennung, die sein Talent verdiente.

Palos und Diskografie

Sein Repertoire war überaus breit: seguiriyas, soleá, bulerías — wo er als unerreicht gilt, insbesondere in der bulería por soleá —, tientos, tangos, granaínas, caracoles, alegrías und taranta. Jene Aufnahmen von 1929 wurden 1988 teilweise neu aufgelegt, als die Fundación Andaluza de Flamenco sieben cantes auf LP veröffentlichte, und erneut 2002, als das Label Sonifolk zehn cantes auf der von José Blas Vega herausgegebenen CD „Esencia Flamenca” aufnahm. 2015 veröffentlichte die Reihe „Flamenco y Universidad” eine neue, von Rafael Infante koordinierte CD.

Vermächtnis

Er starb 1957 in Madrid. Seiner Zeit voraus, genoss er zu Lebzeiten nicht die Popularität, die er verdient hätte, doch seine Gestalt begann sich ab den achtziger Jahren zu behaupten, als die außergewöhnliche Intonation und Musikalität seines cante gewürdigt wurde. 2015 fand in Jerez der I. Congreso Internacional de Juanito Mojama statt, unter dem Motto „La Modernidad Cantaora de Juanito Mojama”, und 2017, anlässlich des 125. Jahrestages seiner Geburt, wurde an seinem Geburtshaus in der Calle Honsario eine Gedenktafel angebracht.