Juanito Valderrama

Wer ist Juanito Valderrama?
Juan Valderrama Blanca, künstlerisch bekannt als Juanito Valderrama, wurde am 24. Mai 1916 in Torredelcampo (Jaén) geboren, als Sohn einer Familie von Landarbeitern. Aufgrund der wirtschaftlichen Enge seiner Kindheit hatte er kaum Zugang zu einer geregelten Schulbildung und begann schon sehr jung zu singen. Mit nur vierzehn Jahren schloss er sich der Compañía von La Niña de la Puebla an, auf seinen ersten Tourneen begleitet von seinem eigenen Vater.
Sein professionelles Debüt in Madrid fand am 2. Dezember 1935 im Cine Metropolitano statt – ein früher Start, der den Beginn einer der längsten Karrieren des Cante flamenco im 20. Jahrhundert markierte.
Werdegang
Nachdem er sich in Madrid niedergelassen hatte, bildete sich Valderrama im Umfeld von Villa Rosa weiter, wo er Cantaores wie Antonio Chacón, Manuel Torres oder Manuel Montoya zuhörte und sich an ihnen orientierte. 1940 nahm er zwölf Stücke mit der Begleitung des Gitarristen Ramón Montoya auf. Mit dem Gitarristen und Komponisten Niño Ricardo schuf er einige seiner gefeiertsten Fandangos, darunter “El emigrante”, einen der großen Erfolge seines Repertoires.
Ab den fünfziger Jahren brachte er Programme wie “Mi vida y el cante” nach Spanien, Frankreich, Belgien und Holland, und ab 1957 unternahm er Tourneen durch Venezuela, Chile, Argentinien und Uruguay. Zudem trat er regelmäßig beim Sender Radio Tetuán im damaligen Spanisch-Marokko auf. 1954 ging er mit der Cantaora Dolores Abril eine künstlerische und persönliche Partnerschaft ein, mit der er über Jahrzehnte die Bühne teilte und die er später heiratete.
Palos und Diskografie
Er beherrschte souverän die Seguiriya, die Soleá, die Fandangos, die Cantes de Levante und die Cantes mineros – ein sehr breites Repertoire, das er über mehr als dreihundert Aufnahmen hinweg trug. In den siebziger Jahren veröffentlichte er “Historia del cante flamenco”, ein Werk, mit dem er seine Sicht auf die Gattung dokumentieren wollte, und 2001, bereits über achtzig, überraschte er mit dem Album “Don Juan”. 2002 veröffentlichte er seine gemeinsam mit dem Journalisten Antonio Burgos verfassten Memoiren “Mi España querida”.
Vermächtnis
Am 24. Juni 1994 verabschiedete er sich offiziell von den Bühnen bei einer viel besuchten Hommage in der Stierkampfarena Las Ventas in Madrid, zu der Persönlichkeiten wie Joan Manuel Serrat, Rocío Jurado oder Lola Flores kamen. Für sein Lebenswerk erhielt er unter anderem die Medalla al Mérito en el Trabajo, die Medalla al Mérito Turístico und die Medalla de Andalucía. Er starb am 12. April 2004 in Espartinas (Sevilla) und hinterließ eine der bekanntesten und meistgereisten Stimmen des Flamenco im 20. Jahrhundert.