Musique Espagnole

Flamenco-Sänger

Manolo Caracol

1909 – 1973

Manolo Caracol
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Wer ist Manolo Caracol?

Manuel Ortega Juárez, künstlerisch bekannt als Manolo Caracol, wurde am 9. Juli 1909 im Viertel Alameda de Hércules in Sevilla geboren. Er entstammte einer der bedeutendsten Gitano-Dynastien der Flamenco-Geschichte: Er war Urenkel von El Planeta, Ururenkel von Enrique el Gordo Viejo und Curro Durse, Enkel von El Águila und Sohn von Caracol “el del Bulto”, von dem er den Spitznamen erbte, unter dem er zeitlebens bekannt wurde. In seinen ersten Bühnenjahren nannte man ihn “Niño de Caracol”.

Er wuchs also von der Wiege an von Cante umgeben auf, in einer Familie, in der sich die tiefe Tradition von Generation zu Generation weitergab. Dieses Erbe zeigte sich sehr früh: Mit gerade zwölf Jahren galt er bereits als eine der vielversprechendsten Kinderstimmen Andalusiens.

Werdegang

Seine Karriere hob 1922 schlagartig ab, als er zusammen mit El Tenazas de Morón den ersten Kinderpreis des berühmten Concurso de Cante Jondo in Granada gewann, das von Manuel de Falla organisiert und von Persönlichkeiten wie García Lorca unterstützt wurde und dessen Jury Meister vom Format eines Antonio Chacón, Manuel Torre und La Niña de los Peines umfasste. Dieser mit zwölf Jahren errungene Triumph brachte ihn sofort auf die Landkarte des Cante und öffnete ihm die Türen zu den großen Bühnen, wo er später sogar mit eben jenen Vorbildern auftreten sollte, die ihn ausgezeichnet hatten.

Mit der Zeit entwickelte er einen persönlichen Fandango-Stil unter dem Einfluss von Enrique el Almendro sowie eine sehr wiedererkennbare Stimme mit “afillao”-Timbre. Er war ein Pionier darin, die Zambra ins theatralische Spektakel zu überführen, zunächst mit Produktionen wie “Luces de España” (1930) und “Cuatro Faraones” in der Nachkriegszeit, vor allem aber ab 1943, als er mit Lola Flores ein künstlerisches Paar bildete: Gemeinsam bestritten sie fast ein Jahrzehnt lang äußerst erfolgreiche Shows, die sie zu zwei der bekanntesten Namen des Genres machten. Er trat auch zusammen mit Pastora Imperio, Pilar López und später mit seiner eigenen Tochter Luisa Ortega auf. Er heiratete Luisa Gómez Junquera aus Jerez und hatte mit ihr vier Kinder – Luisa, Enrique, Lola und Manuela –, die alle Künstler wurden.

Palos und Diskografie

Er beherrschte souverän Fandangos, Seguiriyas, Soleares, Bulerías und Tientos sowie die Zambra, die er selbst als Bühnenform mitprägte. Er nahm mit führenden Gitarristen wie Manolo Badajoz, Niño Ricardo und Melchor de Marchena auf, besonders in Erinnerung geblieben ist das Album “Una historia del flamenco” (Hispavox, 1958), aufgenommen mit Melchor de Marchena. Seine letzte Aufnahme stammt aus dem Jahr 1972, zeitgleich mit dem fünfzigsten Jahrestag seiner künstlerischen Laufbahn. Im Kino wirkte er in Filmen wie “Un caballero famoso” und “Jack el Negro” mit und traf zudem erneut mit Lola Flores in “Embrujo” und “La niña de la venta” zusammen.

Vermächtnis

1963 eröffnete er in Madrid den Tablao Los Canasteros, der über Jahre zu einer Referenz des Flamenco in der Hauptstadt wurde. Er wurde unter anderem mit der Medalla de Oro der II. Semana de Estudios Flamencos in Málaga (1965), dem Abzeichen des Orden del Tío Pepe de Oro in Jerez (1969) und dem Orden de Isabel la Católica (1969) geehrt. Er starb am 24. Februar 1973 bei einem Autounfall in der Nähe von Madrid. Sein Andenken wird bis heute mit ihm gewidmeten Festivals in verschiedenen andalusischen Orten und mit der wieder aufgestellten Statue in der sevillanischen Alameda de Hércules geehrt, und er gilt als einer der großen Erneuerer des Cante im 20. Jahrhundert.