Musique Espagnole

Flamenco-Sänger

Niño de las Marianas

1889 – 1963

Wer ist Niño de las Marianas?

Luis López Benítez, künstlerisch bekannt als Niño de las Marianas, wurde 1889 in Sevilla geboren. Sein Künstlername stammt genau von dem palo, der ihn berühmt machte, den marianas, einem selten gepflegten cante, den er zu seinem Markenzeichen machte. Er gilt als einer der großen payo-Cantaores seiner Generation, mit einer Stimme und einem Stil, die eigenständig genug waren, um ihm den Ruf eines großen Stilisten einzubringen, in einem Flamenco, der zu großen Teilen von Zigeunerfamilien dominiert wurde.

Werdegang

1910 zog er nach Madrid, um eine Reihe von Schallplatten aufzunehmen, begleitet an der Gitarre von Ramón Montoya, einem der einflussreichsten Gitarristen seiner Zeit. Er bewegte sich mühelos zwischen Theatern, intimen Feiern und Madrider Tavernen und teilte sich Bühne und Aufnahmen mit erstklassigen Figuren wie Antonio Chacón, dem Niño de Medina, Manuel Escacena und der Niña de los Peines. Seine Karriere überschritt sogar die spanischen Grenzen: Er brachte seinen cante innerhalb der Show “Tapices españoles” bis nach Hispanoamerika. Er zog sich in den 1950er-Jahren zurück, nach Jahren der Anerkennung und Zuneigung seitens des Publikums und seiner Berufskollegen.

Palos und Diskografie

Neben den marianas schuf er auf eigene Faust die asturianada, einen Stil, der laut Experten nach seinem Rückzug nie wieder mit derselben Persönlichkeit interpretiert wurde. Er beherrschte ebenso die tarantas und die malagueñas und war in der Lage, das Repertoire früherer Meister wie El Canario, El Fósforo, Enrique el Mellizo und Antonio Chacón selbst originalgetreu nachzuempfinden, was seinen Ruf als großer Stilist und Kenner der Tradition bestätigt.

Vermächtnis

Er starb 1963 in Madrid. Sein sichtbarstes Vermächtnis war familiärer Natur: Er war der Vater des angesehenen Gitarristen Luis Maravilla, der über Jahrzehnte mit der Welt des Flamenco verbunden blieb. In der Geschichte des cante wird er vor allem für seine Fähigkeit in Erinnerung behalten, eigene Stile zu schaffen, die marianas und die asturianada, auf einem Gebiet, das von anderen Cantaores seiner Zeit kaum betreten wurde.