Paco Mazaco
Wer ist Paco Mazaco?
Francisco González Sanromán, künstlerisch bekannt als Paco Mazaco, wurde 1898 in Coria del Río (Sevilla) geboren. Anders als die meisten großen Gestalten des cante seiner Generation war er ein payo, was in einer damals von Zigeunerdynastien dominierten Kunst eher selten war, was ihn jedoch nicht daran hinderte, sich einen respektierten Platz unter den reinsten Cantaores seiner Zeit zu erarbeiten.
Er wurde in der flamencogeprägten Atmosphäre Sevillas der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts ausgebildet und entwickelte dort seine Karriere, in einem Umfeld, in dem er sich Bühne und tablao mit einigen der bedeutendsten Namen des cante jondo seiner Zeit teilte.
Werdegang
Eine der am meisten erinnerten Episoden seiner Laufbahn war sein Auftritt bei einer Hommage an Fernando de Triana im Teatro Quevedo in Sevilla, wo er gemeinsam mit Manuel Torre, Vallejo und Niño Gloria auf dem Programm stand. In diesem Rahmen war es, so berichtet die Flamenco-Tradition, dass seine Interpretation einer seguiriya sogar Manuel Torre selbst, einen der verehrtesten Cantaores der Flamenco-Geschichte, zu Tränen rührte, eine Anekdote, die das Ansehen zusammenfasst, das er unter seinen Zeitgenossen genoss.
Auch lieferte er sich fandango-Duelle mit Jesús Perosanz, mit Niño Ricardo an der Gitarre, und hinterließ Aufnahmen im Duett mit Niño de Alcalá. Er starb 1949 in Sevilla an einer Leberzirrhose.
Palos und Diskografie
Er beherrschte mit Leichtigkeit die reinsten und anspruchsvollsten cantes des jondo-Repertoires: tonás, martinetes, soleá, seguiriyas und saetas, wobei sich der fandango schließlich als seine Spezialität herauskristallisierte, ein Gebiet, auf dem er als großer Spezialist galt. Seine Diskografie war nicht umfangreich, umfasst jedoch Aufnahmen von fandanguillos, begleitet von der Gitarre Niño Ricardos, bewahrt im Radioprogramm “Escuela del Cante Flamenco”.
Vermächtnis
Obwohl er kein umfangreiches diskografisches Werk hinterließ, blieb Paco Mazaco im Flamenco-Gedächtnis als ein payo-Cantaor, der die großen Zigeunermeister seiner Zeit zu rühren vermochte, eine seltene Auszeichnung, die bis heute als Beweis für die Reinheit und Tiefe seines cante angeführt wird.