Pepe Pinto
Wer ist Pepe Pinto?
José Torres Garzón, bekannt als Pepe Pinto, wurde 1903 in Sevilla geboren. Als payo-Cantaor machte er seine ersten Schritte vor Publikum um 1917 im Café Novedades der Stadt, wo er, zunächst als einfacher, zum Singen animierter Zuschauer, mit zwei weiteren künftigen Größen des cante zusammentraf: El Carbonerillo und Pepe Marchena. Erst ab 1927 widmete er sich dem cante professionell.
1931 heiratete er im Sevillaner Stadtviertel La Macarena Pastora Pavón, La Niña de los Peines, eine der größten Stimmen der Flamenco-Geschichte, und wurde damit Teil einer der bedeutendsten künstlerischen Dynastien des Genres; sein Schwager war der ebenfalls als Cantaor tätige Tomás Pavón.
Werdegang
Die Niña de los Peines selbst engagierte ihn, um gemeinsam mit ihr im Teatro del Duque in Sevilla aufzutreten, und von dort aus richtete sich seine Karriere zunehmend auf das Theaterformat aus. Er arbeitete mit Los Chavalillos Sevillanos, Rosario und Antonio, kooperierte ab 1932 mit dem Impresario Vedrines bei Tourneen der ópera flamenca und teilte sich im Laufe der Jahre die Bühne mit Concha Piquer, La Niña de Antequera und Juanito Valderrama, üblicherweise an der Gitarre begleitet von Melchor de Marchena und Antonio Moreno.
Seine Zeit größter Ausstrahlung kam mit der Produktion eigener Shows, die ganz Spanien im Rahmen von Flamenco-Opern-Compañías bereisten: “Las calles de Cádiz” (1940), “Solera de España”, “España y su Cantaora” (1949, eine Inszenierung, die zudem das Comeback der Niña de los Peines markierte), “Del Corazón a los Labios”, “Escalera de Canciones”, “Así Canta Andalucía”, “Ronda de domingo”, “¡Tele y ele!” und “Coplas y toros”. Er trat außerdem in den 1940er-Jahren im Spanischen Protektorat von Tetuán auf, im Teatro Calderón in Madrid und im Fernsehen.
Palos und Diskografie
Seine Spezialität lagen die soleá und die seguiriya, cantes, die er mit einer von der Kritik seiner Zeit sehr geschätzten Tiefe interpretierte, dazu persönliche fandangos, malagueñas, bulerías und aflamencadas Lieder. In einige seiner Kreationen baute er Rezitative ein, ein Stilmittel, das beim Publikum populär wurde. Man sagte von ihm, er unterscheide nicht zwischen cantes chicos und cantes grandes und lege in jeden Stil, den er anging, gleichermaßen seine Seele.
Vermächtnis
Pepe Pinto starb am 6. November 1969 in Sevilla an einer Darmblutung. Man erinnert sich an ihn als einen der großen Meister des cante seiner Generation, fähig, den Flamenco durch Theater und ópera flamenca einem breiten Publikum nahezubringen, ohne dabei auf die Authentizität seines Stils zu verzichten, und sein Vermächtnis lebt bis heute unter den Kennern fort, die die Emotion über die technische Virtuosität stellen.