Carmen de Lirio
Wer ist Carmen de Lirio?
Carmen Forns Aznar, künstlerisch bekannt als Carmen de Lirio, wurde am 31. Oktober 1926 in Saragossa geboren und starb am 5. August 2014 im Alter von 90 Jahren. Ihr Künstlername stammt aus dem Lied “La Lirio” von Concha Piquer. Mit nur dreizehn Jahren zog ihre Familie nach dem Spanischen Bürgerkrieg nach Barcelona, die Heimatstadt ihres Vaters, wo ihre Verbindung zur Bühnenwelt begann: Sie arbeitete als Malermodell, während sie Schneiderei lernte, und begann in Stadtteilkinos aufzutreten, bis sie völlige Bühnensicherheit erlangte.
Werdegang
1949 debütierte sie auf dem Paral·lel in Barcelona und galt vielen als die beste spanische Revuestar der 1950er Jahre. Sie gehörte der Compagnie von Joaquín Gasà an, gemeinsam mit Künstlern wie Alady, Mari Santpere und ihrem engen Freund Antonio Amaya, und musste sich ständig mit der Zensur der Diktatur auseinandersetzen, insbesondere wegen der Länge ihrer Ausschnitte und Röcke. Zudem baute sie eine intensive Karriere als Theater- und Filmschauspielerin auf, mit über vierzig Filmen. Ab den 1960er Jahren verband sie kommerziellere Projekte mit angeseheneren Produktionen wie “La casa de las palomas” (1971) von Claudio Guerín, “Clara es el precio” (1974) von Vicente Aranda, “La trastienda” (1975) von Jorge Grau sowie, viel später in ihrer Karriere, einem Auftritt in einem Film von Isabel Coixet und in “Verónica L.” (1989). Auch in Fernsehserien war sie gelegentlich zu sehen.
2009 veröffentlichte sie ihre Memoiren mit dem Titel “Carmen Lirio. Memorias de la mítica vedette que burló a la censura”, in denen sie humorvoll von ihren Auseinandersetzungen mit den Zensoren jener Zeit erzählt.
Privatleben
Carmen de Lirio war eine der großen Attraktionen des Nachkriegs-Music-Halls, bewundert von Geschäftsleuten, Schauspielern, Fußballern und Stierkämpfern, und bildete mit dem Komiker Miguel Gila ein künstlerisches Duo. Sie verheimlichte nie, dass ihr Liebesleben ereignisreich war und sie in ihren Jahren größter Popularität zahlreiche Verehrer hatte.