Musique Espagnole

Gitarristen

Juan Carmona

1963 – heute

Juan Carmona
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Wer ist Juan Carmona?

Juan Carmona Contreras wurde 1963 in Lyon geboren, im Schoß einer Schmiedefamilie aus Málaga, die zunächst nach Algerien und dann, wegen des Krieges, nach Frankreich ausgewandert war. Sein Vater legte ihm mit zehn Jahren eine Gitarre in die Hände, und seine akademische Ausbildung führte ihn an das Conservatoire Supérieur de Musique de Paris, wo er mit nur sechsundzwanzig Jahren der erste Flamenco-Gitarrenlehrer mit staatlichem Diplom wurde.

Werdegang

Acht Jahre verbrachte er in Jerez de la Frontera, um den Flamenco vor Ort zu studieren, und begleitete Cantaores wie Agujetas, Duquende, Terremoto Hijo, Rubichi oder Antonio Malena sowie Tänzer wie Joaquín Grilo und Ana Padilla; auch nahm er zusammen mit Moraíto Chico, Rubén Dantas und Niño de Pura auf. Aus dieser doppelten Wurzel – der französischen akademischen Disziplin und der Erfahrung in Jerez – entstand ein Stil, der sich der Verschmelzung mit dem Jazz sowie mit Musik aus Indien, Iran und Marokko öffnete.

Seine Laufbahn ist von Preisen gesäumt: dem Concurso Internacional de Jerez 1988, dem Finale der Wettbewerbe von La Unión und Córdoba (1988–1989), dem Premio Villa de Médicis und der Trophäe Don Antonio Chacón 1990, dem Premio Lavoisier 1992 und dem ersten Preis des Concurso Paco de Lucía von Madrid 1994. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich 1996 gründete er die Juan Carmona Grupo, mit der er durch die USA, Deutschland, Italien, England, Marokko, die Schweiz und Portugal tourte und bei Festivals wie dem Midem (1996) und dem Womex (1997) auftrat.

Stil und Diskografie

Zu seinen Alben zählen „Borboreo” (1996), „Entre dos barrios” (mit José Méndez und Moraíto Chico) und „Orillas” (2003). 1998 strahlte der Sender ARTE eine von Yehudi Menuhin präsentierte Dokumentation über ihn aus, und 1999 wurde „Rapsodia Flamenca” uraufgeführt, interpretiert vom Philharmonischen Orchester Potsdam, was seine Berufung bestätigte, Brücken zwischen dem Flamenco und der sinfonischen Musik sowie anderen Traditionen zu schlagen.

Vermächtnis

Juan Carmona verkörpert einen ungewöhnlichen Weg innerhalb des Flamenco: den eines Gitarristen, der in der Strenge der französischen Akademie ausgebildet wurde und sich entschied, in die Tradition von Jerez einzutauchen, bevor er dieses Wissen in Richtung Fusion und großes Orchesterformat weiterentwickelte, und der sich internationale Anerkennung erwarb, ohne aus Spanien zu stammen.