Luis Yance
Wer ist Luis Yance?
Luis Yance Fernández wurde 1890 in Madrid geboren. Obwohl er kein Gitano war, wurde er zu einer herausragenden Figur des madrilenischen Flamenco seiner Zeit, sowohl als Konzertgitarrist als auch in der damals unverzichtbaren Rolle des Gesangsbegleiters. Über seine Ausbildung und sein familiäres Umfeld ist kaum etwas dokumentiert überliefert, doch seine spätere Laufbahn zeigt, dass er eine Beherrschung des Instruments erreichte, die ausreichte, um auf den wichtigsten Bühnen Madrids solo aufzutreten – etwas, das für einen Begleitgitarristen jener Jahre eher ungewöhnlich war.
Werdegang
Yance entwickelte einen Großteil seiner Karriere während der Jahre der sogenannten Ópera Flamenca, trat in den wichtigsten Theatern der Hauptstadt auf und bereiste Spanien als Begleiter einiger der bedeutendsten Cantaores seiner Zeit: Angelillo, el Canario de Colmenar, El Guerrita, el Chato de las Ventas, José Cepero oder Niño de Marchena, unter anderen. Diese beständige Arbeit an der Seite der großen Stimmen seiner Epoche machte ihn zu einem Referenzgitarristen innerhalb des madrilenischen Flamenco-Kreises.
1930 überquerte er den Atlantik, um zusammen mit La Argentinita in Amerika aufzutreten, und trat dabei sogar solo im Play House Barrymoore und im Book Theatre in New York auf, etwas Außergewöhnliches für einen Begleitgitarristen des Flamenco jener Zeit. Aus diesem Grund gilt er als einer der Pioniere, die die Solo-Gitarre in das Format des aufgezeichneten Konzerts brachten, einer Entwicklung, die sich erst Jahrzehnte später allgemein durchsetzen sollte.
Stil und Diskografie
Über seine Rolle als Konzertgitarrist hinaus wirkte Yance auch im Kino seiner Zeit mit, etwa in Filmen wie „Galas de la Paramunt” zusammen mit La Argentinita, „Madre Alegría” mit der Niña de la Puebla und „El Sabor de la Gloria” mit Angelillo, und trat zudem in dem Flamenco gewidmeten Radioprogrammen auf.
Vermächtnis
Seine Karriere endete abrupt im Jahr 1937, als er in Madrid bei einem Raubüberfall ermordet wurde. Seine Gestalt bleibt als eine jener nicht-gitano Gitarristen in Erinnerung, die, ohne auf ihre Rolle als Gesangsbegleiter zu verzichten, dazu beitrugen, der Flamenco-Gitarre den Weg als Soloinstrument des Konzerts zu bahnen, sowohl in Spanien als auch auf internationalen Bühnen.