Musique Espagnole

Gitarristen

Manolo Franco

1960 – heute

Wer ist Manolo Franco?

Manuel Franco Barón wurde 1960 in Sevilla geboren. Als Payo mit flamenco Berufung begann er mit fünfzehn Jahren, öffentlich als Tanzbegleiter zu spielen, und startete damit eine Laufbahn, die sich vollständig der Begleitung und dem Konzert widmete. 1979 gewann er den ersten Gitarrenpreis von Radio Sevilla, eine erste Anerkennung, die ankündigte, was kurz darauf folgen sollte.

Werdegang

Sein großer Durchbruch kam, als er sich den Giraldillo del Toque bei der II. Bienal de Arte Flamenco de Sevilla sicherte, wobei er sich gegen Konkurrenten vom Rang eines Pedro Bacán, Tomatito, Riqueni und José Antonio Rodríguez durchsetzte, vor einer Jury, der Paco de Lucía, Serranito, Manolo Sanlúcar und Juan Habichuela angehörten. Mitte der achtziger Jahre gab er Konzerte in spanischen und ausländischen Städten, und sein Name wurde bei der Cumbre Flamenca in Madrid, in Peñas und bei andalusischen Festivals zu einem festen Begriff.

Stil und Diskografie

Der Kritiker Manuel Ríos Ruiz hob an ihm stets eine musikalische und flamencotypische Sensibilität hervor, die man schon beim ersten Zuhören spürte, gepaart mit vollständiger technischer Beherrschung und einer eigenen interpretatorischen Persönlichkeit, mit einer für den zeitgenössischen Flamenco ungewöhnlichen klassischen Aura: Franco bewegt sich mit besonderer Leichtigkeit in ruhigen, ad-libitum gespielten Passagen, näher am gemächlichen Phrasieren als an der reinen rhythmischen Entfaltung. Sein einziges Soloalbum, „Aljibe” (1986), wurde später als Notenausgabe von Acordes Concert und als CD von Pasarela Records neu aufgelegt, und er verband diese Facette mit zahlreichen Aufnahmen als Begleitgitarrist.

Vermächtnis

Sein Ansehen innerhalb der Welt des Gitarrenspiels wurde 2009 anerkannt, als die Peña La Soleá ihm ihre XXIX. Semana Cultural Flamenca als Würdigung seiner gesamten Laufbahn widmete. Manolo Franco gilt weiterhin als eine der Figuren, die von Sevilla aus das Flamenco-Gitarrenspiel zu größerer klassischer Verfeinerung führten, ohne dabei seine tiefe Wurzel zu verlieren.