Musique Espagnole

Gitarristen

Manolo Sanlúcar

1943 – 2022

Manolo Sanlúcar
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Wer ist Manolo Sanlúcar?

Manuel Muñoz Alcón, künstlerisch bekannt als Manolo Sanlúcar, wurde 1943 in Sanlúcar de Barrameda (Cádiz) geboren. Sein erster Lehrer war sein eigener Vater, Isidro Muñoz, Bäcker und Amateurgitarrist, von dem er die Grundlagen des Spiels lernte. Die entscheidenden Einflüsse seiner Ausbildungsjahre waren Niño Ricardo, wegen dessen Sensibilität und Ausdruckskraft, und Diego del Gastor, wegen seiner Verbundenheit mit einem authentischen und traditionellen Flamenco. Er begann seine professionelle Laufbahn mit vierzehn Jahren in der Compañía von Pepe Marchena, und noch vor seinem zwanzigsten Geburtstag galt er bereits als bedeutender Künstler.

Werdegang

Er entwickelte eine erstaunliche Technik, die, seinen eigenen Worten zufolge, nie den Kontakt zur Improvisation verlor. Seine dreibändige Abhandlung „Mundo y formas de la guitarra flamenca” (1972) markierte einen Wendepunkt in seiner Laufbahn, nach dem er sich intensiv der Erforschung der kompositorischen Möglichkeiten des Instruments widmete. Er war der erste Gitarrist, der den Flamenco in das Teatro Real in Madrid brachte, und trat in mehr als achtzig Ländern auf allen fünf Kontinenten auf, darunter Australien, Deutschland, Frankreich, Italien, Brasilien, Argentinien, Japan und die Vereinigten Staaten.

Stil und Diskografie

Er revolutionierte den Flamenco, indem er ihn mit sinfonischer Musik verband, in Werken wie der „Fantasía para guitarra y orquesta”, dem Konzert in D-Dur „Trebujena”, „Tauromagia”, dem sinfonischen Gedicht „Aljibe” oder „Locura de brisa y trino” (1999, mit Gedichten von García Lorca und der Stimme von Carmen Linares), und komponierte zudem Musik für Ballette wie „Medea”, das mehr als tausend Aufführungen des Ballet Nacional de España erlebte, „Soleá” (1988) oder „Mariana Pineda”, ebenfalls von Lorca inspiriert. Er war außerdem musikalischer Leiter des Films „Sevillanas” von Carlos Saura und Autor der Memoiren „El alma compartida”.

Vermächtnis

Er erhielt, unter vielen anderen Auszeichnungen, den Premio Nacional de Música (2000), den Premio Puerta de Alcalá, den Premio Flamenco Hoy, die Medalla de Andalucía, die Medalla de Oro al Mérito de las Bellas Artes und den Premio Internacional del Flamenco (2020), und 1997 wurde er Mitglied der Real Academia Provincial de Bellas Artes de Cádiz. Er vertrat die Auffassung, der Flamenco sei ‘eine Philosophie, eine Art zu denken und zu fühlen für ein ganzes Volk’, und setzte sich dafür ein, dass er nicht länger als ‘etwas Tribales und Klischeehaftes’ gesehen werde. Er starb am 27. August 2022 im Universitätskrankenhaus von Jerez im Alter von 78 Jahren.