Musique Espagnole

Gitarristen

Manuel Cano

1925 – 1990

Wer ist Manuel Cano?

Manuel Cano Tamayo wurde am 23. Februar 1925 in Granada geboren, als Sohn einer Familie der Mittelschicht ohne berufliche Verbindung zum Flamenco. Seine Annäherung an die Gitarre erfolgte in der Kindheit, als sein Großvater ihm mit sieben Jahren sein erstes Instrument schenkte, und er wuchs durchtränkt vom musikalischen und kulturellen Umfeld des damaligen Granada auf, das eine entscheidende Spur in seiner späteren Art hinterließ, den Flamenco zu verstehen und zu erforschen.

Im Unterschied zu vielen Gitarristen seiner Generation brauchte Cano lange, um den Sprung in den Beruf zu wagen: Er widmete sich erst ab 1959, mit bereits 34 Jahren, hauptberuflich der Gitarre. Diese Verzögerung entsprach einer anderen Berufung als der eines bloßen Interpreten, ausgerichteter auf das Studium, die Komposition und die Erforschung des Flamenco als auf den Live-Auftritt.

Werdegang

Sein akademisches Profil führte ihn dazu, der erste Professor für Flamenco-Gitarre am Conservatorio Superior de Música de Córdoba zu werden, angesehen als der erste offizielle Lehrer dieses Instruments in der Geschichte der spanischen Konservatorien, und er lehrte auch in Granada. Er war zudem Akademiemitglied der Real Academia de Bellas Artes de Granada, korrespondierendes Mitglied der Sociedad General de Autores de España und Berater der UNESCO, Ämter, die das institutionelle Gewicht widerspiegeln, das er innerhalb und außerhalb Spaniens erlangte.

Er pflegte eine Freundschaft mit Andrés Segovia, der ihn ermutigte, den Flamenco aus musikalischer Sicht „rein” zu halten, ein Einfluss, der seine Berufung zum Gelehrten mehr als die zum bloßen Virtuosen verstärkte. Als Konzertgitarrist bereiste er einen Großteil der Welt, und seine Arbeit war entscheidend dafür, dass der Flamenco im spanischen Universitätswesen einen eigenen Platz zu finden begann.

Stil und Diskografie

Unter seinen Aufnahmen sticht besonders „Evocación de la guitarra de Ramón Montoya” hervor, eine Hommage an einen der großen Pioniere des Instruments. Im Bereich der Forschung veröffentlichte er 1986 in Córdoba „La guitarra, historia, estudio y aproximaciones al arte flamenco”, einen 320 Seiten starken Band mit zwei beigelegten Schallplatten, der einen Großteil seiner Arbeit als Flamenco-Forscher zusammenfasst.

Vermächtnis

Manuel Cano starb am 12. Januar 1990 in Granada im Alter von 65 Jahren. Posthum erhielt er die Medalla de Oro de Granada und am 25. Februar 1992 die Medalla de Andalucía; die Stadt widmete ihm zu seinem Gedenken einen Platz. Seine persönliche Gitarrensammlung wurde von einer japanischen Stiftung mit Sitz in Tokio erworben, die seinen Namen trägt – ein Beweis für die internationale Reichweite, die seine Gestalt als Forscher und Pädagoge des Flamenco erlangte.