Melchor de Marchena

Wer ist Melchor de Marchena?
Melchor Jiménez Torres wurde 1907 in Marchena (Sevilla) geboren, in eine Zigeunerfamilie hinein, die sich ganz dem Flamenco verschrieben hatte. Sein Vater, bekannt als El Lico, war ein ausgezeichneter tocaor, und seine Mutter, la Josefita, eine bei Festen und Zusammenkünften hoch angesehene cantaora. Er wuchs umgeben von Brüdern auf, die sich ebenfalls der Gitarre und dem Gesang widmeten, wie Miguel el Bizco und Chico Melchor, und mit der Zeit sollte auch sein eigener Sohn Enrique denselben Weg einschlagen, wodurch sich eine Familiensaga über mehrere Generationen fortsetzte.
Werdegang
In diesem Umfeld als Schule entwickelte er sich mit der Zeit zu dem tocaor, der als repräsentativster Vertreter des zigeunerischen Stils innerhalb des Flamenco gilt: ein vollständiger, erneuernder Interpret mit der besonderen Fähigkeit, genau die Begleitung zu erkennen, die jeder cantaor benötigte. Er begleitete erstrangige Künstler wie La Niña de los Peines, Tomás Pavón oder Antonio Mairena und hatte über eine lange Zeitspanne einen festen Platz an der Seite von Manolo Caracol im Madrider tablao Los Canasteros, einer der wichtigsten Bühnen des Flamenco der Nachkriegszeit.
Stil und Vermächtnis
Sein toque zeichnete sich durch Einzigartigkeit und Kreativität innerhalb der Flamenco-Begleitung aus, mehr auf den Dienst am cante als auf persönliche Zurschaustellung ausgerichtet, was ihn zum Vorbild für mehrere Generationen zigeunerischer Gitarristen machte. 1966 erhielt er den Nationalen Preis für Flamenco-Gitarre der Cátedra de Flamencología von Jerez, die bedeutendste Anerkennung einer Laufbahn, die mit seinem Tod in Madrid im Jahr 1980 endete.