Musique Espagnole

Gitarristen

Niño Jero

1954 – heute

Wer ist Niño Jero?

Pedro Carrasco Romero, künstlerisch bekannt als Niño Jero, wurde 1954 in Jerez de la Frontera geboren, der Wiege einer der reinsten Flamenco-Schulen Andalusiens. Er ist Sohn des cantaor Manolo Jero und Cousin des ebenfalls dem Flamenco verschriebenen Diego Carrasco, weshalb er von der Wiege an von cante und compás umgeben aufwuchs. Sein Lernen war das eines typischen Jungen aus einem Viertel von Jerez: nach Gehör spielen in den Kneipen und bei Familientreffen, begleitend zu erfahrenen cantaores, die die mündliche Tradition des zigeunerisch-andalusischen cante bewahrten.

Zu seinen ersten Bühnenmeistern zählten so respektierte Persönlichkeiten wie Tío Gregorio „el Borrico” und Tía Anica La Piriñaca, an deren Seite er sich beim Begleiten des orthodoxesten cante übte, bevor er den Sprung auf größere Bühnen wagte.

Werdegang

Seine berufliche Laufbahn entstand aus Zusammenarbeiten mit einigen der bedeutendsten Namen des cante von Jerez und des Flamenco im Allgemeinen. Er wirkte an Produktionen wie „Macama Jonda” und „La tierra lleva el compás” mit und schloss sich 1980 dem legendären Madrider tablao Los Canasteros an, einer der wichtigsten Bühnen des Flamenco der Hauptstadt in jenen Jahren. Er war Mitglied der Gruppe Los Montoyas, mit der er 1986 bei der Cumbre Flamenca de Madrid auftrat und internationale Tourneen unternahm, und arbeitete außerdem mit Lole y Manuel und anderen Mitgliedern der Familie Montoya zusammen.

Er war ständiger Begleiter von Juan Villar und Rancapino, zwei Referenzfiguren des cante von Jerez, und arbeitete mit Santiago Donday bei der TVE-Sendung „Puro y Jondo” zusammen. Ebenso arbeitete er mit El Potito und Capullo de Jerez, mit dem er sogar eine gemeinsame Plattenproduktion realisierte.

Stil und Diskografie

Das auffälligste Merkmal seines toque ist ein innerhalb der Schule von Jerez als praktisch unerreicht geltendes Gefühl für compás und Rhythmus, eine Eigenschaft, die ihn zu einem sehr gefragten Begleiter für cantaores machte, die höchste Ansprüche an Timing und Metrik des cante stellten. Seine Karriere hat sich vor allem als Begleitgitarrist und Komponist für andere Künstler entwickelt, weniger als Solist mit umfangreichem eigenem Werk, wenngleich er gemeinsam mit Capullo de Jerez Aufnahmen koproduzierte.

Vermächtnis

Niño Jero wird innerhalb des Flamenco von Jerez als einer der compás-sichersten Gitarristen seiner Generation anerkannt, direkter Erbe der mündlichen Tradition, die er in den Kneipen von Jerez aufsog, und Vermittler dieses Pulses an die cantaores, mit denen er in den letzten Jahrzehnten die Bühne geteilt hat.