Pedro Bacán
Wer ist Pedro Bacán?
Pedro Peña Peña, bekannt als Pedro Bacán, wurde 1951 in Lebrija (Sevilla) geboren. Seinen Künstlernamen erbte er von seinem Vater Bastián Bacán, und er entstammte einer der großen Dynastien des Gitano-Flamenco von Lebrija und Utrera: Er war Bruder der Cantaora Inés Bacán, die zu einer bedeutenden Figur des Cante Jondo werden sollte, sowie Cousin von El Lebrijano und Pedro Peña, was ihn schon als Kind in ein flamenco-Umfeld erster Güte versetzte.
Werdegang
Er zeichnete sich als Begleiter der bedeutendsten Cante-Figuren in einer Vielzahl von Plattenaufnahmen aus, und 1980 war er der Gitarrist von Calixto Sánchez bei dessen Sieg mit dem Giraldillo der Bienal de Arte Flamenco von Sevilla. Im selben Jahr erhielt er den Nationalen Preis für Flamenco-Gitarre der Cátedra de Flamencología y Estudios Folklóricos Andaluces, und 1983 wurde er zum besonderen Gastdozenten am Institut für Musikwissenschaft der University of Washington ernannt, wo er als Solist Konzerte an amerikanischen Universitäten und Theatern gab.
Stil und Diskografie
Sein Spiel wird als brillant in der Beherrschung des Instruments und präzise in der Ausführung beschrieben, mit einer tiefen Kenntnis dessen, was seine Zeitgenossen die “Geheimnisse” des Flamenco nannten, sowie einer besonderen Geschicklichkeit sowohl in der rhythmischen Daumenarbeit als auch in den melodischen Läufen durch Tonleitern. Zudem gab er einer Bewegung zur Wiederbelebung des reinsten Flamenco Impulse, indem er Theaterprojekte schuf, an denen überwiegend Mitglieder seiner eigenen Familie beteiligt waren, darunter die Aufnahme “Noches gitanas de Lebrija”; außerdem komponierte er die Filmmusik für “Manuela” und “Desastre de la guerra”.
Vermächtnis
Er starb 1997 bei einem Autounfall in der Nähe von Utrera und beendete damit vorzeitig eine Karriere, die ihn wegen seiner Arbeit sowohl als Begleiter als auch bei der Wiederbelebung der flamenco-Tradition von Lebrija bereits unter die maßgeblichen Gitarristen seiner Generation gestellt hatte.