Musique Espagnole

Gitarristen

Pepe Habichuela

1944 – heute

Wer ist Pepe Habichuela?

José Antonio Carmona Carmona, bekannt als Pepe Habichuela, wurde 1944 in Granada geboren und wuchs in den Höhlen des Sacromonte auf, der Wiege einer der einflussreichsten Gitarristendynastien des Flamenco, der Familie Habichuela-Carmona. Er ist der jüngere Bruder von Juan Habichuela, der ihn 1963 nach Madrid rief, um gemeinsam eine berufliche Laufbahn zu beginnen, und Vater von José Miguel Carmona, Gitarrist der Gruppe Ketama.

Werdegang

Seine Ausbildung war organisch, geformt seit seiner Kindheit im flamenco-Umfeld des Sacromonte statt in einer Akademie, und seine ersten beruflichen Schritte machte er als Begleiter von Pepe Marchena und Juanito Valderrama, bevor er 1964 im Madrider Tablao Torres Bermejas debütierte. In den siebziger Jahren begann er eine enge und entscheidende Zusammenarbeit mit dem Cantaor Enrique Morente, mit dem er zwei Alben aufnahm, die neue harmonische Wege innerhalb des Flamenco eröffneten: “Despegando” und “Homenaje a D. Antonio Chacón”.

Er arbeitete auch mit Mario Maya, El Güito und Carmen Mora zusammen, und im Jahr 2000 beteiligte er sich an dem Fusionsprojekt “Indica Brasilica” mit dem britischen Musiker Nitin Sawhney, wobei er im Laufe seiner Karriere zudem mit Jazzgrößen wie Jaco Pastorius und Don Cherry zusammenarbeitete.

Stil und Diskografie

Sein Spiel zeichnet sich eher durch Detail und Nuance als durch technische Zurschaustellung aus, ein ausdrucksstarker, aber zurückhaltender Stil, der traditionelles Wissen mit stets erneuerter harmonischer Kreativität in Einklang zu bringen vermag. Zu seinen Alben zählen “A Mandeli” (1983), “Habichuela en Rama” (1997), aufgenommen gemeinsam mit seinem Sohn José Miguel, und “De Graná” (2008) in Zusammenarbeit mit der Cantaora Marina Heredia.

Vermächtnis

Pepe Habichuela ist heute der Patriarch einer Musikerdynastie, der Habichuela-Carmona, deren Einfluss über seinen Sohn bis zur Gruppe Ketama reicht, und er tritt weiterhin bei bedeutenden Festivals auf, wie seiner Teilnahme am Hay Festival Alhambra 2008 gemeinsam mit Enrique Morente, als lebendiges Zeugnis einer der angesehensten Schulen der Flamenco-Gitarre Granadas.