Musique Espagnole

Gitarristen

Perico el del Lunar

1894 – 1964

Wer ist Perico el del Lunar?

Pedro del Valle Pichardo, “Perico el del Lunar”, wurde am 15. Mai 1894 in Jerez de la Frontera geboren. Obwohl er seine Karriere in seiner Heimatstadt begann und man ihn in die Umlaufbahn der Schule von Jerez um Javier Molina einordnet, entwickelte er schon jung ein sehr persönliches Spiel, das sich von den gängigen Formeln entfernte und mit der Zeit kaum eine Schule hervorbringen sollte, die über die eigene Familie hinausging.

1920 zog er nach Madrid, der Stadt, in der er den Rest seiner Karriere entfaltete und in der er über vier Jahrzehnte lang zu einer Referenz der Flamenco-Begleitung wurde.

Werdegang

Er war erster Gitarrist des Colmao Villa Rosa, wo er einen Einfluss ausübte, der über das rein Musikalische hinausging, da er beinahe als eine Art künstlerischer Leiter des Lokals fungierte. Von 1954 bis zu seinem Tod war er erster Gitarrist des Tablaos Zambra. Im Laufe seiner Karriere war er der regelmäßige Begleiter von Antonio Chacón, einem der einflussreichsten Cantaores der Flamenco-Geschichte, mit dem er 1928 aufnahm; er spielte auch für Juan Varea, Antonio el Chaqueta, Rafael Romero, Pericón und viele weitere große Cantaores des 20. Jahrhunderts.

Sein bedeutendster Beitrag zur Flamenco-Geschichte kam 1954, als er die erste Antología del Cante Flamenco von Hispavox leitete, die als Schlüsselwerk für die Bewahrung und Dokumentation der jondo-Kunst gilt; Jahre später leitete er auch eine Fortsetzung dieser Antologie, die in Mexiko aufgenommen wurde.

Stil und Diskografie

Man erinnert sich an ihn wegen eines originellen und sensiblen Spiels, das sich stets dem Cantaor unterordnete und von einer tiefen Kenntnis des Cante getragen wurde, mehr als von der persönlichen Zurschaustellung des Gitarristen. Diese Art, die Begleitung zu verstehen, machte ihn zusammen mit seiner Arbeit als Leiter der Hispavox-Antologien zu einer Schlüsselfigur bei der Bewahrung des Flamenco-Repertoires der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Vermächtnis

Er starb am 17. März 1964 in Madrid. Sein Sohn Pedro del Valle Castro, 1940 in Madrid geboren, führte die gitarristische Familientradition fort, wenngleich der so eigenständige Stil von Perico el del Lunar innerhalb der Schule von Jerez ein Einzelfall blieb, mehr bewundert als nachgeahmt.