Ramón de Algeciras
Wer ist Ramón de Algeciras?
Ramón Sánchez Gómez, künstlerisch Ramón de Algeciras, wurde 1938 in Algeciras (Cádiz) geboren, als ältester der Brüder Sánchez Gómez, zu denen auch Paco de Lucía und Pepe de Lucía gehörten. Mit fünfzehn Jahren begann er unter der Anleitung seines Vaters Antonio Sánchez Pecino, eines musikbegeisterten Amateurgitarristen, der seinen Söhnen das Handwerk vermittelte, Gitarre zu spielen.
Seine Ausbildung vervollständigte er bei Niño Ricardo (Manuel Serrapí), einem Gitarristen, den er zutiefst bewunderte und von dem er einen Großteil seiner Technik lernte; dieses Wissen gab er später an seinen jüngeren Bruder Paco weiter, den er in viele der Kunstgriffe einführte, die dieser danach auf ein neues Niveau heben sollte.
Werdegang
Mit achtzehn Jahren wurde er Berufsmusiker, und 1957 trat er der Compañía von Juanito Valderrama bei, der er elf Jahre lang angehörte – dabei ersetzte er ausgerechnet seinen Lehrmeister Niño Ricardo. Zwischen 1966 und 1968 war er Teil des Ballet de Antonio und des Sexteto de Paco de Lucía, wo er als zweiter Gitarrist und Leiter der Gruppe wirkte. In den siebziger Jahren wurde er der offizielle Gitarrist von Camarón de la Isla, und 1975 zählten er und Paco zu den ersten Flamenco-Gitarristen, die im Teatro Real in Madrid auftraten.
Im Laufe seiner Karriere, die sich vor allem der Begleitung und weniger dem solistischen Spiel widmete, begleitete er auch Antonio Mairena, la Niña de los Peines, Pepe Marchena und Fosforito, neben weiteren großen Cante-Persönlichkeiten. Mit der Zeit reduzierte er seine Tätigkeit als Interpret, um sich der Verwaltung des künstlerischen Erbes seines Bruders Paco de Lucía zu widmen.
Stil und Diskografie
Er komponierte rund 140 Werke, die seit 1976 bei der SGAE registriert sind, darunter “Collar de cerezas”, “Rosa María”, “Bulerías flamencas”, “Almoraina” und “Siroco”. Zwischen 1967 und 1969 nahm er zudem drei Duo-Alben mit Paco de Lucía auf, ein Zeitraum, der das musikalische Einvernehmen zwischen den beiden Brüdern dokumentiert, bevor Paco internationale Ausstrahlung erlangte.
Vermächtnis
2004 erhielt er den Preis “Especial de Pura Cepa” seiner Geburtsstadt Algeciras. Von denen, die ihn kannten, wurde er als bescheidener, wortkarger Mann beschrieben – er selbst sagte einmal, er sei “kein Mann vieler Worte” –, und drückte sich vor allem über die Gitarre aus. Er starb am 20. Januar 2009 in Madrid im Alter von 71 Jahren; kurz darauf erschien postum eine Doppel-Compilation mit 24 seiner Aufnahmen.