Musique Espagnole

Gitarristen

Sabicas

1912 – 1990

Sabicas
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Wer ist Sabicas?

Agustín Castellón Campos, künstlerisch bekannt als Sabicas, wurde 1912 in Pamplona geboren, wobei einige Quellen sowohl das Jahr als auch den genauen Geburtsort in Frage stellen. Aus einer Gitano-Familie stammend, wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf und begann bereits mit fünf Jahren Gitarre zu spielen, angeleitet von einem Onkel, der nur zwei Saiten des Instruments beherrschte. Seine Mutter versuchte später, ihm formalen Unterricht zu ermöglichen, doch der Junge lehnte ab: Er bezeichnete sich stets als Autodidakten und beharrte darauf, “nie einen Lehrer gehabt” zu haben, sondern alles durch Zuhören und eigenständiges Üben gelernt zu haben.

Werdegang

Diese autodidaktische Ausbildung hinderte ihn nicht daran, sehr früh hervorzustechen: Mit elf Jahren gewann er den ersten Preis eines Wettbewerbs in Madrid und trat kurz darauf als Konzertgitarrist in Sälen wie El Dorado auf, neben der Begleitung namhafter Cantaores wie dem Niño de Utrera und Juan Valderrama. In den dreißiger Jahren baute er eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit der Tänzerin Carmen Amaya auf, mit der er vor Ausbruch des Bürgerkriegs Aufnahmen machte und die Bühne teilte.

Nach dem Krieg ging er ins Exil, zunächst nach Mexiko und später, ab Mitte der fünfziger Jahre, nach New York, wo er sich endgültig niederließ. Dort entfaltete er eine intensive Tätigkeit als Solist und auch im Duo mit dem Gitarristen Mario Escudero, trat sogar am Broadway auf und spielte vor Persönlichkeiten wie Präsident Roosevelt im Weißen Haus, während er zudem mit Berühmtheiten wie Charlie Chaplin, Marlon Brando und Gary Cooper verkehrte.

Stil und Diskografie

Von New York aus nahm Sabicas ausgiebig auf und entwickelte einen eigenen Stil und eine eigene Schule, die als Brücke zwischen der Generation Ramón Montoyas und der späteren Revolution Paco de Lucías diente, der öffentlich einräumte, aus dessen Platten rhythmischen Schwung geschöpft zu haben. Seine letzte Aufnahme, “Morente-Sabicas”, zusammen mit dem Cantaor Enrique Morente eingespielt, erschien 1990, im selben Jahr seines Todes, und beschloss eine Plattenkarriere, die der Flamenco-Gitarre Publikum und Bühnen erschloss, die ihr bis dahin fremd gewesen waren.

Vermächtnis

1967 erhielt er die Goldmedaille der IV. Semana de Estudios Flamencos von Málaga, eine Auszeichnung, die bis dahin nur Pastora Imperio und Manolo Caracol verliehen worden war. Sabicas starb 1990 in New York und hinterließ ein Vermächtnis, das ihn unter die großen Erneuerer der Flamenco-Gitarre des 20. Jahrhunderts einreiht, mit einem Einfluss, der über seine Aufnahmen bis zu jener Generation reichte, die später von Paco de Lucía angeführt wurde.