Vicente Amigo

Wer ist Vicente Amigo?
Vicente Amigo Girol wurde 1967 in Guadalcanal (Sevilla) geboren, wuchs jedoch ab seinem fünften Lebensjahr in Córdoba auf, der Stadt, die seine künstlerische Ausbildung prägen sollte. Als Payo mit früher Berufung zum Flamenco entstand sein Interesse an der Gitarre großteils aus dem obsessiven Hören von Paco de Lucía, einem Vorbild, das den Kurs seiner gesamten späteren Karriere bestimmen sollte.
Werdegang
Er bildete sich bei Juan Muñoz “El Tomate” und Merengue de Córdoba aus, bevor er den entscheidenden Sprung zum Unterricht bei Manolo Sanlúcar wagte, mit dem er eine harmonischere und orchestralere Auffassung der Flamenco-Gitarre vertiefte. Parallel dazu bildete er mit dem Cantaor El Pele ein enges künstlerisches Duo, eine Zusammenarbeit, die es ihm erlaubte, sein Handwerk als Begleiter zu verfeinern, bevor er sich ganz der Konzertkarriere widmete.
Seine internationale Ausstrahlung schnellte 1992 in die Höhe, als er beim legendären Konzert “Leyendas de guitarra” in Sevilla gemeinsam mit Paco de Lucía, Keith Richards und Bob Dylan auftrat – eine Besetzung, die ihn schlagartig unter die angesehensten Gitarren der damaligen Zeit einreihte. Bereits zuvor, 1989, hatte er seine Spuren auf “Soy Gitano” von Camarón de la Isla hinterlassen, und später komponierte und spielte er “Del Amanecer” für José Mercé.
Stil und Diskografie
Sein Anschlag, genährt sowohl von der andalusischen Dichtung Rafael Albertis und Federico García Lorcas als auch von Anklängen des östlichen Mittelmeerraums, öffnete sich im Laufe der Jahre der Fusion mit Pop und Jazz, ohne die flamenco Wurzel aufzugeben. Zu seinen Soloalben zählen “Vivencias Imaginadas”, “Ciudad de las Ideas” und “Paseo de Gracia”, letzteres mit Beiträgen von Alejandro Sanz, Enrique Morente und Niña Pastori.
Vermächtnis
Seine Erfolgsliste aus jungen Jahren umfasst den ersten Preis des Internationalen Flamenco-Gitarrenwettbewerbs von Badajoz (1988), den ersten Gitarrenpreis des Nationalen Cante-de-las-Minas-Wettbewerbs von La Unión (1988), den Ramón-Montoya-Preis für Konzertgitarre von Córdoba (1989), den Castillete de Oro des Festival del Cante de las Minas sowie einen Premio de la Música in der Flamenco-Kategorie – eine Reihe von Auszeichnungen, die seinen Aufstieg an die Spitze der zeitgenössischen Flamenco-Gitarre bestätigte.