Musique Espagnole

Imperio Argentina

Copla, Tango, Filmlied · 1924 – 1980er

Imperio Argentina
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Wer ist Imperio Argentina?

Imperio Argentina, Künstlername von Magdalena Nile del Río, wurde am 26. Dezember 1906 in Buenos Aires geboren, im Stadtviertel San Telmo, als Tochter des aus Gibraltar stammenden Gitarristen Antonio Nile und der aus Málaga stammenden Schauspielerin Rosario del Río. Sie stand bereits als kleines Kind zum ersten Mal auf der Bühne, im Café Armonía in Buenos Aires, und verließ diese bis weit in die 1980er-Jahre hinein nicht mehr. Ihren Künstlernamen verdankt sie dem Schriftsteller Jacinto Benavente, dem späteren Literaturnobelpreisträger, der von ihrer kindlichen Unbekümmertheit beeindruckt war, während die Sängerin und Tänzerin Pastora Imperio ihre ersten künstlerischen Schritte förderte.

Sie reiste nach Spanien, um Tanz zu studieren, und debütierte 1924 am Teatro Romea in Madrid, an der Seite von Antonia Mercé „La Argentinita”. Sie starb am 22. August 2003 in Benalmádena (Málaga).

Werdegang

Regisseur Florián Rey wählte sie 1927 für die Hauptrolle in „La hermana San Sulpicio”, einem Stummfilm nach dem Roman von Armando Palacio Valdés – der Beginn einer langen künstlerischen und privaten Partnerschaft: Das Paar heiratete 1934. Mit dem Aufkommen des Tonfilms zog sie nach Frankreich, wo sie in den Studios von Joinville zusammen mit Darstellern wie Manuel Russell drehte und in dem großen Erfolg „Su noche de bodas” mitspielte. 1932 verpflichtete Paramount sie, gemeinsam mit ihrem Landsmann Carlos Gardel in „La casa es seria” und „Melodía de arrabal” zu drehen, was ihr große Popularität auf amerikanischen Leinwänden einbrachte.

Mit Florián Rey drehte sie einige ihrer bekanntesten Filme, darunter „Nobleza baturra” und „Morena Clara” (1935), eine andalusische Komödie, die die Kinosäle in ganz Spanien füllte. Ihre Karriere wurde Ende der 1930er- und Anfang der 1940er-Jahre durch ihre Nähe zum Franco-Regime und eine Reise ins nationalsozialistische Deutschland überschattet, wo sie von Adolf Hitler empfangen wurde; in Berlin erlebte sie die Ereignisse der Reichspogromnacht mit, eine Erfahrung, die ihr nach eigenen Worten die Schrecken des Nationalsozialismus voll bewusst machte. Diese Episode brachte ihr für einige Zeit die Ablehnung eines Teils der internationalen Gemeinschaft ein, mit Protesten vor Theatern in New York, Mexiko und Argentinien selbst.

In den 1940er-Jahren arbeitete sie unter der Regie von Benito Perojo in Filmen wie „Goyescas” oder „Los majos de Cádiz”, und erst in den 1950er-Jahren gewann sie ihr Ansehen vollständig zurück, mit Titeln und Liedern wie „Los piconeros” oder „La cieguita”. Sie spielte bis weit in ihre späteren Jahre hinein in Film, Theater, Radio und Fernsehen, mit späten Filmen wie „Ama Rosa” (1960), „Tata mía” (1986) oder „El polizón del Ulises” (1987).

Diskografie und Vermächtnis

Sie nahm zusammen mit dem Gitarristen Rafael Medina für das Label Parlophone auf, mit einem Repertoire aus Tangos, criollo-Walzern, Habaneras und kubanischen Melodien sowie Versionen internationaler Erfolge wie „Carioca”. 2001 veröffentlichte sie ihre Memoiren „Malena Clara”, die neben einem Rückblick auf ihre Laufbahn auch die von Penélope Cruz gespielte Figur in Fernando Truebas Film „La niña de tus ojos” (1998) inspirierten – ein Film, mit dem Imperio Argentina selbst unzufrieden war, weil er bestimmte Episoden ihres Lebens auf eine Weise erzählte, die ihr missfiel. Ihre Filmografie umfasst rund zwanzig Titel, und sie gilt bis heute als eine der großen Botschafterinnen der Copla und des spanischen Kinos des 20. Jahrhunderts.