Juanita Reina

Wer ist Juanita Reina?
Juana Reina Castrillo (Sevilla, 25. August 1925 – Sevilla, 19. März 1999), künstlerisch bekannt als Juanita Reina, war eine der großen Figuren der andalusischen Copla, mit einer Karriere, die fast sechs Jahrzehnte Theater, Film und Gesang verband. Geboren im Sevillaner Viertel La Macarena, lernte sie an der Akademie von Enrique „el Cojo“ tanzen und sang als Kind bei Taufen und Hochzeiten in der Nachbarschaft. Ihr Vater Miguel Reina wurde ihr Manager und trieb ihre künstlerische Laufbahn voran.
Werdegang
Mit einem Darlehen eines Familienmitglieds stellte ihr Vater Juanitas erstes Programm auf die Beine, „Los Churrumbeles“, das im Teatro San Fernando in Sevilla uraufgeführt wurde und sie in ganz Spanien bekannt machte. Bald folgte ein zweites Programm, „Tabaco y Seda“, mit Texten der renommierten Autoren Quintero, León und Quiroga, uraufgeführt im Teatro Reina Victoria in Madrid. Um 1942 gehörte sie bereits, neben Lola Flores, zu den großen Figuren der Copla. 1941 gab sie ihr Filmdebüt mit „La Blanca Paloma“, gefolgt von Titeln wie „La Lola se va a los puertos“ (1947) und „Lola la Piconera“ (1951), die ihre Popularität deutlich steigerten.
1964 heiratete sie den Tänzer Federico Casado Algrenti, genannt „Caracolillo“, mit dem sie ihr einziges Kind, Federico Casado Reina, bekam. Sie eröffnete ein Restaurant in Madrid und eine Tanzakademie in Sevilla und zog sich nach und nach von der Bühne zurück, um sich ihrer Familie zu widmen. 1992 krönte sie ihre Karriere mit einem Auftritt bei der Weltausstellung in Sevilla, gemeinsam mit Rocío Jurado, Nati Mistral, María Vidal und Imperio Argentina.
Diskografie und Auszeichnungen
Aus ihrem Repertoire blieben Lieder, die bis heute mit ihrem Namen verbunden sind, etwa „Los Churrumbeles“ oder „Manuela la de Jerez“. Im Laufe ihres Lebens erhielt sie unter anderem die Goldmedaille für Schöne Künste (1960), die Silbermedaille für Verdienste um die Arbeit (1975) und die Goldmedaille Andalusiens (1992). 1994 widmete ihr die Stadt Sevilla einen Kreisverkehr im Park María Luisa.
Vermächtnis
Juanita Reina starb am 19. März 1999 in Sevilla an Atemversagen. Zu ihrer Beerdigung auf dem Friedhof San Fernando kamen Tausende Menschen, darunter zahlreiche Künstler und Vertreter der Behörden – eine massive Ehrung für eine der wesentlichen Stimmen der Copla des 20. Jahrhunderts.