Marujita Díaz

Wer ist Marujita Díaz?
María del Dulce Nombre Díaz Ruiz, künstlerisch bekannt als Marujita Díaz, wurde am 26. April 1931 im Sevillaner Stadtviertel Triana geboren. Mit gerade einmal neun Jahren gab sie ihr Bühnendebüt im Kindertheater, 1947 folgte der Sprung zum Film. Von klein auf ausgebildet in Gesang, Tanz und Schauspiel, begleiteten sie diese Disziplinen ihr ganzes Leben lang.
Sie war eine der populärsten Schauspielerinnen und Sängerinnen des spanischen Folklore-Kinos der 1950er- und 1960er-Jahre, bekannt für ihren unbekümmerten, temperamentvollen Stil und ein Image, das sie zu einem der bekanntesten Gesichter dieser Zeit machte – bewundert sowohl für ihre Persönlichkeit als auch für ihre Stimme.
Werdegang
Ihre Filmkarriere begann sie in Titeln des folkloristischen Genres wie „El pescador de coplas“ oder „Puebla de las mujeres“, ohne je das Theater aufzugeben, wo sie ursprünglich als Künstlerin ausgebildet worden war. Insgesamt wirkte sie in rund 37 Filmen mit, unter der Regie von Florián Rey, Luis César Amadori und José María Elorrieta, und feierte Erfolge mit Titeln wie „Pelusa“, „La casta Susana“ oder „La Cumparsita“; ihr letzter Film, „La reina del islote de las perlas“, entstand 1980.
Parallel dazu baute sie eine lange Karriere im Musiktheater auf, mit Auftritten sowohl in der Revue als auch in der Madrider Zarzuela, in Stücken wie „La Verbena de la Paloma“, „Si Eva fuera española“ oder „De Madrid al cielo“. Dazu kam eine ständige Präsenz in Film, Zeitschriften und Fernsehen – 1976 moderierte sie sogar eine Fernsehsendung, die der Welt der Revue gewidmet war.
Wichtige Diskografie
Als Sängerin zeichnete sie sich durch ihre Vielseitigkeit in ganz unterschiedlichen Genres aus: Pasodoble, Cuplé, Copla und Zarzuela. Ihre beiden größten Plattenerfolge waren „Soldadito español“ und „Banderita“, Lieder mit deutlich patriotischem Ton, die eng mit ihrem Namen verbunden blieben. Außerdem nahm sie Versionen früher Cuplés vom Anfang des 20. Jahrhunderts auf, Coplas wie „Mi jaca“, Revue-Titel wie „Luna de España“ oder „La novia de España“, Zarzuela-Stücke wie „Soldado de Nápoles“ und wagte sich sogar an den Tango mit „A media luz“ und „Adiós, Pampa mía“.
Privatleben
1958 heiratete sie den Schauspieler Espartaco Santoni, mit dem sie die Produktionsfirma Producciones Cinematográficas MD gründete, und 1964 den Tänzer Antonio Gades – eine Ehe, die nur ein Jahr hielt. Mit der Zeit wurde sie dank ihres übertriebenen Glamours und ihrer mitreißenden Persönlichkeit zu einer Art Ikone für ein schwules Publikum und blieb bis in ihre späten Jahre eine feste Größe in Presse und Fernsehen. Marujita Díaz starb 2013 im Alter von 83 Jahren an Krebs und wird als eine der letzten großen Figuren des spanischen Folklore-Kinos in Erinnerung behalten.