Musique Espagnole

Rocío Dúrcal

Ranchera, Ballade, Pop · 1962 – 2006

Rocío Dúrcal
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Wer ist Rocío Dúrcal?

María de los Ángeles de las Heras Ortiz, künstlerisch bekannt als Rocío Dúrcal, wurde am 4. Oktober 1944 im Arbeiterviertel Cuatro Caminos in Madrid geboren. Als älteste von sechs Geschwistern war sie die Tochter von Tomás de las Heras, Angestellter eines Automobilunternehmens, und María Ortiz, Hausfrau. Ihr Künstlername stammt von ihrem Entdecker, dem Talentagenten Luis Sanz: “Rocío” nach dem liebevollen Spitznamen, den ihr Großvater ihr gab, weil ihre Stimme ihn an den Morgentau erinnerte, und “Dúrcal” nach einem Ort in der Provinz Granada, den die beiden fast zufällig auf einer Spanienkarte auswählten.

Schon als Kind zeigte sie Freude am Singen und Schauspielern und trat trotz anfänglicher Bedenken ihrer Eltern gegenüber einer künstlerischen Laufbahn bei Schulfeiern auf. Ihre Teilnahme an Radiowettbewerben und an der Fernsehsendung Primer Aplauso Mitte der 1950er Jahre weckte die Aufmerksamkeit von Luis Sanz, der ihr Mentor wurde und ihre ersten Karriereschritte begleitete.

Werdegang

Ihr Durchbruch gelang zunächst über den Film: Sie spielte die Hauptrolle in “Canción de Juventud” und “Rocío de la Mancha”, was ihr die Tür zu einem Plattenvertrag bei dem Label öffnete, das heute zu Universal Music gehört. 1962 erschien ihr erstes Album, “Las Películas de Rocío Dúrcal”, und in den folgenden Jahren wirkte sie in etwa vierzehn Filmen mit, unter anderem an der Seite von Enrique Guzmán und Palito Ortega, während ihre Karriere sie auf Tourneen nach Mexiko, Venezuela, Puerto Rico und in die USA führte, wo sie sogar in der Ed-Sullivan-Show auftrat.

Der Wendepunkt kam 1977: Inzwischen ganz auf die Musik konzentriert und bei Ariola Eurodisc unter Vertrag, lernte sie in Mexiko den Komponisten Juan Gabriel kennen. Gemeinsam nahmen sie mehrere Ranchera-Alben auf, die zu großen kommerziellen Erfolgen wurden, ihre Karriere neu belebten und sie als eine der führenden Interpretinnen des Genres etablierten – bis hin dazu, dass sie als eine der Königinnen der Ranchera galt. Die Zusammenarbeit mit Juan Gabriel setzte sich, mit Höhen und Tiefen, bis zum Doppelalbum “Juntos Otra Vez” (1997) fort. Daneben nahm sie auch Balladen auf und arbeitete mit Komponisten wie Rafael Pérez Botija und Marco Antonio Solís zusammen, außerdem entstanden Duette mit Künstlern wie Julio Iglesias, Joan Manuel Serrat und Camilo Sesto.

Wichtige Diskografie

Zu ihren bekanntesten Alben zählen “Confidencias” (1981), “Si te pudiera mentir” (1990) sowie die gemeinsam mit Juan Gabriel aufgenommenen Platten, von denen mehrere zu Klassikern der spanischsprachigen Ranchera wurden. 2001 erschien “Entre Tangos y Mariachi”, 2004, bereits schwer erkrankt, ihr letztes Album “Alma Ranchera”. Im Laufe ihrer Karriere verkaufte sie mehrere zehn Millionen Tonträger, mit einer besonders treuen Anhängerschaft in Mexiko, wo man sie “die mexikanischste aller Spanierinnen” nannte.

Privatleben und Vermächtnis

1969 heiratete sie den Sänger Antonio Morales, genannt “Junior”, mit dem sie drei Kinder hatte, darunter Shaila Dúrcal, die die musikalische Familientradition fortsetzte. 2001 wurde bei ihr Krebs diagnostiziert; sie trat und nahm während der Behandlung weiter auf, bis sich die Krankheit auf die Lunge ausbreitete. Rocío Dúrcal starb am 25. März 2006 im Alter von 61 Jahren in ihrem Haus in Torrelodones (Madrid). 2007 widmete ihr die Stadt Madrid einen Platz im Stadtteil Tetuán, und ihr Vermächtnis ist sowohl in Spanien als auch in Mexiko bis heute lebendig.